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21.5.2012 : 11:31 : +0200

Information: Was ist Fairtrade? - Fairtrade in Viernheim

FairTrade T-Shirt
FairTrade T-Shirt

 

Es gibt nur wenige Deutsche Städte mit dieser Auszeichnung (beispielsweise Saarbrücken, Neuss, Dortmund sowie Marburg). In Deutschland wurde die Kampagne durch TransFair im Jahre 2009 gestartet. (www.transfair.org)

Deutschlandweit haben bisher 13 Städte den Titel "Fairtrade-Stadt" erhalten. Viernheim ist die 14. Stadt.

Der Titel wird an Städte und Gemeinden verliehen, die fünf weltweit einheitlich festgesetzte Kriterien erfüllen. In allen fünf Punkten wurde die Brundtlandstadt Viernheim dem Kriterienkatalog mittlerweile gerecht: Verwendung von Fairtrade-Kaffee und einem weiteren Produkt aus fairem Handel in allen parlamentarischen Gremien der Ausschüsse samt Magistrat und im Bürgermeisterbüro sowie Angebot von gesiegelten Produkten aus Fairem Handel in lokalen Einzelhandelsgeschäften. Auch der Ausschank von Fairtrade-Produkten in Cafés und Restaurants gehört schon zum Viernheimer Alltag.

Fairtrade setzt sich für Kleinbauern und Plantagenarbeiter ein!

Fairtrade setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung von wirtschaftlich benachteiligten Produzentengruppen wie Kleinbauern und Plantagenarbeiter ein. In 58 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerika profitieren über sieben Millionen Menschen vom Fairen Handel.

Das Fairtrade-Siegel zeichnet weltweit hochwertige Produkte aus, die nach internationalen sozialen Standards fair gehandelt und umweltschonend produziert werden.

Bei Fairtrade stehen die Menschen im Süden im Mittelpunkt. Fairtrade fördert deshalb gezielt Kleinbauern und Arbeiter in den Entwicklungsländern und verbessert ihre Position auf dem Weltmarkt. Fairtrade ist viel mehr als ein Siegel. Fairtrade hat ein klares entwicklungspolitisches Ziel: unseren Konsum verantwortlicher zu gestalten und somit die Armut im Süden abzubauen.

Link zu TransfairKampagne startete 2009 durch Transfair

TransFair ist ein gemeinnütziger Verein, der von angesehenen Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung, Umwelt und Soziales getragen wird. Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte.

Um den bewussten Einkauf zu stärken, betreibt TransFair eine umfangreiche Informations-und Öffentlichkeitsarbeit. Im Dialog mit seinen Partnern vermarktet, pflegt und erweitert TransFair das Fairtrade-Produktsortiment und erschließt neue Vertriebswege.

TransFair gehört zum internationalen Verbund der Fairtrade Labelling Organisation (FLO), in dem weltweit 21 Siegelinitiativen zusammengeschlossen sind.

In Zusammenhang mit den Produzenten, Entwicklungsexperten und den Siegelinitiativen setzt FLO die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Es gibt Standards sowohl für Kleinbauernorganisationen als auch für Plantagen sowie umfangreiche Umweltkriterien.

Die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-Cert GmbH stellt die Einhaltung der Fairtrade-Standards sicher. Das weltweit einheitliche und transparente Prüfungsverfahren entspricht der ISO-Norm 65.

Fairtrade steht für ethisches Handeln, Nachhaltigkeit und Tranparenz - und baut so eine Brücke zwischen den Produzenten und den Verbrauchern.

Fairtrade-Standards sichern die Zukunft

Fairtrade-Standards sichern eine Produktion unter menschenwürdigen und umweltschonenden Bedingungen. Dazu gehören:

  • stabile, Existenz sichernde Mindestpreisen, die von den Schwankungen der Märkte unabhängig sind
  • eine zusätzliche Fairtrade-Prämie, die für Gemeinschaftsprojekte verwendet wird
  • eine nachhaltige Wirtschaftsweise, die die Umwelt schont
  • feste Preisaufschläge für biologische Anbaumethoden
  • Verbot von illegaler Kinderarbeit
  • langfristige Handelsbeziehungen


Auf diese Weise können viele Familien aus eigener Kraft ihr Einkommen steigern und in nachhaltigen Anbau, Bildung und medizinischer Versorgung investieren.

Fairtrade zeigt Wirkung

Die Partnerorganisationen nutzen die Fairtrade-Prämie, um soziale Projekte zu verwirklichen, wie zum Beispiel:

La Florida, Kaffeekooperative mit 850 Mitgliedern in Peru, finanziert Schulstipendien und -materialien für alle Kinder in der Region.

Auszüge aus der Rede von Heinz Fuchs, Vorstandvorsitzender von FairTrade:

"Ich freue mich sehr, Viernheim heute im Rahmen des Europatages 2010 mit dem Titel "Fairtrade Town" auszeichnen zu dürfen.

Seit Jahren zeigt die Stadt Viernheim großes Engagement für den fairen Handel und kann sich nun, nach Erfüllung der fünf international geltenden Kriterien, in die Reihe der über 800 Fairtrade Towns weltweit wie London, Paris, Rom oder San Francisco einreihen.

Der faire Handel hat in Viernheim eine lange Tradition und wird bereits in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens seit langem gelebt. Daher haben Sie das Ziel, Fairtrade Town zu werden, schnell gesteckt und erreicht. Aufgrund der engen Zusammenarbeit der Stadt Viernheim mit dem Eine-Welt-Kreis und dem Weltladen war es möglich, fair gesiegelte Produkte bei vielen städtischen Veranstaltungen anzubieten. Seit 2005 gibt es den Viernheimer Stadtkaffee, der sich wunderbar mit der Kampagne Fairtrade Towns verbindet. Unter anderem wurde er beim Citylauf eingesetzt.

Andere beispielhafte Aktionen sind die Verwendung von fairer Kamelle beim Viernheimer Fastnachtsumzug oder das Überreichen von Weihnachtsgeschenken aus fairem Handel in der Seniorenbegegnungsstätte. Auch begleitete Viernheim die WM 2006 mit einer Mini-WM mit fairen Fußbällen. Besonders freuen wir uns darüber, dass sich Viernheim auch für die Zeit nach der Auszeichnung weitere Ziele gesteckt hat - wie beispielsweise weitere Vereine, öffentliche Einrichtungen und Firmen durch aktive Bildungsarbeit für den fairen Handel zu gewinnen.

Ein hervorragendes Ziel, was sich die Stadt Viernheim gesetzt hat, möchte ich besonders hervorheben: Sie möchte auch ihre Partnerstädten Franconville, Potters Bar und Rovigo gewinnen, den Titel Fairtrade Town anzustreben. Dies bietet eine hervorragende Grundlage, auch auf dem Gebiet des fairen Handels noch enger zusammen zu arbeiten.

Es ist eine wunderbare Gelegenheit, Viernheim heute im Rahmen der Europawoche und unter Anwesenheit von Vertretern ihrer Partnerstädte Potters Bar, Francoville und Rovigo den internationalen Titel "Fairtrade Town" zu verleihen. Denn auch in den Ländern dieser Partnerstädte gibt es Fairtrade Towns - in Großbritannien mittlerweile fast 500, in Frankreich 14 und in Italien 39.

Die internationale Kampagne Fairtrade Towns wurde im Jahr 2000 in Großbritannien initiiert. Die erste Fairtrade Town weltweit, Garstang, feierte kürzlich ihren 10. Geburtstag. In Deutschland startete die Kampagne 2009; Saarbrücken war hier die erste Fairtrade-Stadt. Die Kampagne wird in Deutschland von unserem Verein TransFair getragen und fördert gezielt den Einsatz von Fairtrade-Produkten in städtischen Einrichtungen, im Handel und in der Zivilgesellschaft. Im Jahr 2009 stieg insgesamt der Konsum von Fairtrade-Produkten in Deutschland um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (auf 267 Millionen Euro) und damit im sechsten Jahr in Folge. Dies zeigt einen zunehmenden Bekanntheitsgrad des Fairtrade-Siegels bei den Konsumenten sowie ein gesteigertes Interesse an einem bewussten, nachhaltigen und fairen Konsum.

Burkina Faso ist eines der Länder, wo Fairtrade-Früchte, - Nüsse, - Gewürze, -Trockenobst und -Baumwolle produziert werden. Daher hat es mich auch besonders gefreut, dass Viernheim eine Städtepartnerschaft mit Satonévri (Burkina Faso) unterhält. So schlagen Sie hier in Viernheim eine Brücke zwischen den Welten und leben echte Solidarität.

Textilien aus Fairtrade Cotton ermöglichen den Baumwollbauern und -bäuerinnen in Burkina Faso und ihren Familien Zukunftschancen und ein existenzsicheres Einkommen."

Dank von Robert Toth an Stadt und Bürgermeister:

Als Koordinator der Steuerungsgruppe "Fairtrade Stadt" bedankt sich Robert Toth bei allen Mitgliedern der Steuerungsgruppe, bei den Mitgliedern vom Eine-Welt-Kreis e.V., den Mitgliedern von auxilio venire e.V. und bei allen Weltladenmitarbeitern.

"Ein herzliches Dankeschön der Stadt Viernheim und Bürgermeister Matthias Baaß. Viernheim hat durch die Teilnahme an der Kampagne einen lokalen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit leistet."

Die Kampagne "Fairtrade-Towns" bringe -so Toth- unterschiedliche Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Ob im Rathaus, in der Kantine, im Weltladen, im Cafe, im Sportverein oder im Lebensmitteleinzelhandel - jeder und jede könne dafür Sorge tragen, dass der Faire Handel in unserer Stadt Viernheim sichtbar wird.

"Fairtrade-Stadt zu werden bedeutet, ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen. Und der Weg dorthin macht Spaß. Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus, werden aktiv und arbeiten daran, dass der Faire Handel in Deutschland bekannter wird. Damit tragen sie dazu bei, dass die Produzenten in Lateinamerika, Afrika und Asien bessere Preise für ihre Produkte erhalten und sie damit mit ihren Familien ein menschenwürdiges Leben führen können", wirbt Toth für die Kampagne.

Link zur Projektseite:

Weitere Informationen unter: www.fairtradestadt-viernheim.de