Leserbrief BUND-Ortsverband
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Gewerbegebiet südlich der A 659 und neuer Standort für pfenning logistics?
Ausverkauf der Landschaft würde mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben
Zu den kürzlich bekannt gewordenen Überlegungen für zwei neue, große Gewerbegebiete südlich und südöstlich der Stadt Viernheim nimmt der BUND wie folgt Stellung:
In beiden Fällen geht es darum große, bisher der Landwirtschaft gewidmete Flächen für die An- und Umsiedlung von Unternehmen und Gewerbebetrieben zu nutzen.
Aus den folgenden Gründen werden beide Vorhaben von dem BUND entschieden abgelehnt:
- Durch beide Vorhaben würde die landwirtschaftliche Nutzfläche bei Viernheim um mindestens 50ha Ackerland weiter reduziert werden. Es handelt sich hierbei um qualitativ gute Böden, die sehr wahrscheinlich schon in wenigen Jahren zur lokalen Erzeugung von Lebensmitteln dringend benötigt werden.
- Beide Vorhaben würden in Grün- und Frischluft-Zonen platziert werden, die für die Lebensqualität der in Viernheim lebenden Menschen von großer Bedeutung sind. Erhebliche zusätzliche Lärm- und
Schadstoffemissionen wären die Folge.
- Der Ausverkauf der Landschaft würde mit hoher Geschwindigkeit weiter vorangetrieben und die in Viernheim vorhandenen Gewerbe- und Industriebrachen blieben weiter ungenutzt.
- Die Stadt Viernheim hatte sich mit guten Gründen dagegen gewehrt, dass bei Straßenheim eine neue Trabantenstadt von Mannheim gebaut wird. Sie würde völlig unglaubwürdig, wenn sie die Landschaft dort nun selbst zubetoniert.
- Schon heute ist die Stadt kaum mehr in der Lage, Straßen, Brücken und Kanäle ausreichend zu unterhalten. Die finanziellen Belastungen durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete können sehr wahrscheinlich nicht durch die Einnahme zusätzlicher Gewerbesteuer ausgeglichen werden.
- Die beiden zu einer möglichen Bebauung vorgesehenen Flächen liegen in einem regionalen Grünzug, der nach gültigem Regionalplan nicht zur Bebauung vorgesehen ist.
- In der Metropolregion Rhein-Neckar wurden und werden weiter in den nächsten Jahren sehr große Flächen durch den Abzug der US-Army aus ihren Mannheimer Standorten frei. Bei einer Nutzung dieser Flächen würde auch die Verlagerung eines Unternehmens dorthin mit keinem Arbeitsplatzverlust für die Viernheimer Arbeitnehmer verbunden sein.
Abschließend bitten wir die Viernheimer Mitbürger die Diskussion der hier aufgeworfenen Fragen und Probleme engagiert mit zu führen und ihre Erörterung nicht alleine der Verwaltung und den politischen Gremien der Stadt zu überlassen.
Dr. Peter Dresen
BUND-Ortsverband
(Leserbrief am 18.09.2008 im Südhessen Morgen)
