Reisebericht Partnerschaftsfahrt nach Pottersbar vom 24.06.2005 - 27.06.2005
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Reisebericht von der Partnerschaftsfeier vom 24.06.2005 - 27.06.2005 in Potters Bar:
Trotz fehl geschlagener Referenden am europäischen Gedanken festhalten!Bürgermeister Matthias Baaß: "Städtepartnerschaften sind auch künftig wichtig!"
Mit einem Rucksack voll bleibender Eindrücke von der Partnerschaftsfeier 2005 in Potters Bar mit Delegationen der Partnerstädte Franconville, Potters Bar und Viernheim kehrte die 14-köpfige Viernheimer Delegation unter der Führung von Bürgermeister Matthias Baaß am 27.06.2005 nach Viernheim zurück.
Die Reise mit zwei Kleinbussen führte über Luxemburg, Belgien, Calais, Dover nach Potters Bar. Dies ist die günstigste Reisevariante. Die Reisekosten müssen -nach Abzug eines kleinen Zuschusses- von den Fahrtteilnehmern übrigens selbst getragen werden.
Der Viernheimer Reisegruppe gehörten insbesondere engagierte Mitglieder des Englischen Clubs und Kommissionsmitglieder (Internationale Beziehungen) sowie Rudolf Haas vom Kommunalen Freizeit- und SportBÜRO an, der als Gesamtkoordinator für eine reibungslose Fahrt ( ca. 12 Stunden) nach England sowie für den Gesamtablauf der Partnerschaftsbegegnung verantwortlich zeichnete.
Um 18.00 Uhr kamen die Viernheimer nach einer Überfahrt bei ruhiger See und strahlendem Sonnenschein im Wylliotts Centre in Potters Bar an.
Die 16-köpfige Delegation aus Franconville war von Paris aus nach London mit dem Eurostar durch den Kanaltunnel angereist.
Untergebracht waren die Viernheimer Gäste allesamt in Gastfamilien, wo man nach der offiziellen Begrüßung durch Elaine Marsh, Vorsitzende der Potters Bar Town Twinning Association, auch über die Zukunft Europas vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse leidenschaftlich diskutierte, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle.
Am Samstag erwartete die Delegationen ein überaus interessantes Besichtigungsprogramm nahe London: Besuch von Windsor Castle und das nahegelegene Eton-College.
Auf dem Schloss wehte die Fahne, was ein Zeichen dafür war, dass die Queen an diesem Tag in Windsor weilte.
Live mitverfolgt werden konnte die Wachablösung der Guard, der königlichen Wachen mit den berühmten Bärenfellmützen, ein ca. ½ stündiges militärisches Zeremoniell mit Musik und Kommandogeschrei in allen Tonlagen.
Darüber hinaus Besichtigung der im Schlossbereich liegenden St. George´s Chapel (dort liegt u. a. Queen Mum, Mutter von Königin Elisabeth II. begraben) und der "State Apartments" u. a. mit dem großen Empfangssaal, der auch heute noch für festliche Anlässe bzw. Staatsempfänge von der Queen genutzt wird und nach dem Brand im Jahr 1992 auf Windsor Castle wieder komplett renoviert wurde.
Am Nachmittag: Besuch des im Jahre 1440 von König Heinrich VI. gegründeten Eton College, einer privaten Eliteschule, für die ein entsprechend hohes Schulgeld zu zahlen ist. Bekannt auch bei uns durch die Schulbesuche der Söhne von Prinz Charles und Lady Diana William und Harry
Bei einer Führung wurde der älteste, mehrere Jahrhunderte alte Schulsaal, das Außengelände und die Kapelle gezeigt und Wissenswertes über den Schüleralltag vergangener Zeiten erzählt.
Nach der Rückkehr nach Potters Bar am späten Nachmittag gab es Gelegenheit zum kurzen Erholen in den Gastfamilien.
Am Abend begann in der Tilbury Hall ein gemütlicher Abend mit Abendessen und Jazzmusik, dabei konnte auch das Tanzbein geschwungen werden.
Am Sonntag wurde in der St. Mary´s Church ein gemeinsamer Gottesdienst unter der Leitung von Reverend Peter Bevan abgehalten, an dem alle Delegationen teilnahmen und in dessen Verlauf die Lesung auch auf französisch und deutsch vorgetragen wurde. Laure Torremocha, Vorsitzende des Franconviller Partnerschaftsvereins, und Rudolf Haas von der Stadtverwaltung lasen dabei den französischen bzw. deutschen Text.
Im Anschluss daran gab es in der Kirche Tee und Kaffee, bevor die Akademische Feier mit den Reden der drei Bürgermeister begann.
Aufgrund der Örtlichkeit hatte die Akademische Feier in diesem Jahr ihren besonderen Reiz und war von der Potters Bar Town Twinning Association bestens organisiert.
Es gab einen feierlichen Einzug des Bürgermeisters von Potters Bar, Councillor Ron Gealy, von Alda Baugé, Maire adjoint von Franconville, und Bürgermeister Matthias Baaß unter dem Klang der Europahymne und einem Geleit der Europa- und der drei Nationalflaggen. In kurzweiliger Form wechselten sich die Reden der Stadtrepräsentanten, die Nationalhymen und musikalische Beiträge ab. So traten Querflötengruppen der Oakmere Junior School und Dame Alice Owen´s School auf. David Massey, ein Schüler der Dame Alice Owen´s School, wusste mit seiner klassischen Gitarre ("The Usher Waltz" von Nikita Koshkin) zu überzeugen, während seine Mitschülerinnen Charlotte Faux und Jessica Hill als Sopranistinnen unter Flügelbegleitung von Anna Evans mit dem "Ich wollt meine Lieb" und dem "Abendlied" von Mendelssohn die Zuhörer begeisterten.
Interessant und nicht alltäglich war es, die verschiedenen Nationalhymnen von einer Kirchenorgel gespielt zu hören.
In den Reden wurde von allen Rednern hervorgehoben, dass der europäische Gedanke und die europäische Entwicklung durch die fehlgeschlagenen Referenden in Frankreich und den Niederlanden zwar einen Rückschlag erlebt habe, aber nicht in Frage gestellt werden könne, dafür sei in den vergangenen Jahrzehnten zuviel erreicht worden. Neben der Betrachtung der großpolitischen Lage gingen Delegationsleiterin Alda Baugé und Bürgermeister Matthias Baaß auch auf die Beziehungen der drei Städte Franconville, Potters Bar und Viernheim ein. Frau Baugé hob hervor, dass es im Letzten und in diesem Jahr gelungen ist, verstärkt die Jugend in das Austauschprogramm einzubinden. So fanden zwischen Franconville und Viernheim einige Begegnungen für junge Menschen statt, zuletzt die Teilnahme zweier Jugendbands aus Franconville am Jugendmusikfestival "Full Flavour" Mitte April in Viernheim.
"Die städtepartnerschaftlichen Verbindungen zwischen Städten in Europa sind ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung eines gemeinsamen Europas gewesen und mir ist es ein Anliegen, die Partnerschaften auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten", hob Bürgermeister Baaß die Bedeutung der Städtepartnerschaften hervor. Er betonte, dass die Städtepartnerschaftsarbeit eine Verpflichtung der jeweiligen Stadt und deren Bürger ist und beide Seiten, Verwaltung und Bürger, gemeinsam an dem Projekt arbeiten müssen.
Sowohl in der Rede von Franconville und Viernheim äußerten beiden Redner ihre Besorgnis über die Tatsache, dass der Hertsmere of Borough Council, die für die Stadt Potters Bar verantwortliche Verwaltungseinheit, die Mittel für die Partnerschaftsarbeit sehr stark reduziert hat und es zu erwarten ist, dass der Partnerschaftsverein in Potters Bar in Zukunft keine Unterstützung mehr erhält.
Nach der Akademischen Feier wurde im Speisesaal der Dame Alice Owen´s School ein gemeinsames Mittagessen eingenommen.
Die Franconviller Delegation musste bereits am frühen Nachmittag die Heimreise antreten, während die Viernheimer den Nachmittag und Abend mit ihrer Gastfamilie verbrachten, bevor es am Montag früh um 6:15 Uhr hieß, "Bye, bye" zu sagen.
Wiederum bei Sonnenschein wurde der Kanal mit der Fähre überfahren und gegen 20 Uhr trafen die Reiseteilnehmer nach einem erlebnisreichen Wochenende mit vielen Gesprächen in Viernheim ein.







