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08.03.2018 11:07 Kategorie: Berichte, Bildung und Kultur, Familie, Kinder und Jugend

"Sprachförderung Deutsch für SchülerInnen aus den Intensivklassen": Bildung und Sprachkompetenz sind Grundvoraussetzungen für gelingende Integration

Verschiedene Akteure verfolgen gemeinsames Ziel +++ Heute Kooperationsvereinbarung zwischen Staatlichem Schulamt und Stadt Viernheim unterzeichnet

Modellprojekt von Viernheim und Schulamt für den gesamten Kreis Bergstraße und Odenwaldkreis

Es soll ein Modellprojekt für den gesamten Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis werden: die professionelle "Sprachförderung Deutsch für SchülerInnen aus den Intensivklassen." Und dabei kann Viernheim mit dem Viernheimer Modell im Kontext ganztägiger Betreuung langjährige Erfahrungen aufweisen. "Viernheim hat schon in vielen Handlungsfeldern gezeigt, dass es sich als kommunale Bildungslandschaft versteht. So wurde mit Einführung der Vorlaufklassen in Hessen ein aufeinander abgestimmtes Sprachförderkonzept in Viernheim eingeführt: Deutsch für den Schulstart für beide Bildungseinrichtungen. Der Praxistest in Viernheim läuft bereits. Die Kooperationsvereinbarung schafft jetzt die offizielle Grundlage hierfür", hebt Bürgermeister Matthias Baaß hervor. Und genau hier kann die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt und der Stadt Viernheim im Bereich der Sprachförderung für SchülerInnen aus den Intensivklassen verortet werden.

Schulamtsleiter Rainer Kilian und Bürgermeister Baaß unterzeichneten heute eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Ziel ist eine Zusammenarbeit von kommunaler und staatlicher Seite, in der neben der additiven auch eine integrative Förderung möglich ist. Gerade im Hinblick auf den Übergang in die Regelklassen erscheint eine enge Zusammenarbeit am Vormittag unumgänglich. "Damit meinen wir die Integrierung der Sprachförderkraft im Unterricht, damit fachliches und sprachliches Wissen verknüpft werden kann", ergänzt Baaß.

Angestrebt wird ein Modellprojekt, das durch die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure im Bereich der Sprachförderung SchülerInnen, die neu nach Deutschland kommen, die bestmögliche Förderung erhalten. Angedacht ist ein durchgängiges Verbundsystem, das sowohl die Sprachförderung im Grundschulbereich einbezieht als auch Sprachförderung in den weiterführenden Schulen und den Übergang in die Regelklassen begleitet. Des Weiteren soll auch die Einbeziehung der neuzugewanderten SchülerInnen in den Schulalltag unterstützt werden. Auf diese Weise will man drohenden Ausgrenzungsprozessen vorbeugen und jedes Kind in die Lage versetzen, den persönlich bestmöglichen Bildungserfolg zu erreichen.

Als freiwilliges kommunales Angebot 2016 (aufgrund der durch die Flüchtlingssituation großen Zuwanderung in das Schulsystem) hat die Stadt Viernheim als freiwillige kommunale Leistung mit dem additiven Sprachförderprogramm in Deutsch bereits begonnen.

Ziel der Kooperationsvereinbarung:

Ganz oben steht die Förderung der deutschen Sprache. Die Kooperations-vereinbarung umfasst die Zusammenarbeit zwischen dem Schulamt und der Stadt im Kontext Sprachförderung Deutsch für alle SchülerInnen der Intensivklassen und beim Übergang in die Regelklassen.

Ziel ist die Entwicklung eines aufeinander abgestimmten Sprachförderkonzeptes zwischen formellen Bildungsorten (Schulen) und informellen Bildungseinrichtungen (Stadtjugendförderung, "Lernmobil e.V.").

Erreicht werden soll, dass alle neuzugewanderten Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, ihre Schullaufbahn erfolgreich zu absolvieren.

Der Zusammenarbeit zwischen kommunalen Bildungsträgern und staatlichen Bildungseinrichtungen liegt ein mehrdimensionales Bildungsverständnis zugrunde, das die Förderung der vielen Facetten der Kinder zum Ziel hat.

Schritte zur Umsetzung:

Die Akteure verständigen sich darauf, Angebote zu entwickeln, die die individuellen Stärken der Kinder und Jugendlichen entdecken und fördern und deren sozialen Kompetenzen weiterentwickeln. "Wir wollen den Kindern eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, sowohl die aktive Beteiligung am Schulleben als auch an Orten in der Gemeinde", erläutert der Bürgermeister. Dabei will man die Kultur des Einwanderungslandes wie auch des Herkunftslandes vertiefen. Die Kinder, die nach Viernheim ziehen, sollen nicht wurzellos aufwachsen. Sie können in beiden Heimaten verwurzelt sein. Dabei darf die konkrete Unterstützung der Familien nicht aus dem Blick geraten, etwa bei Erziehungsfragen.

Stadt Viernheim stellt nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung

Durch die Bereitstellung entsprechender Finanzmittel und personeller Ressourcen will die Stadt Viernheim Kindern und Jugendliche durch die Begleitung von sozialpädagogischen Fachkräften die Teilnahme an Regelangeboten der Schulen und der Stadt ermöglichen. Doch die Stadt leistet noch mehr: fachliche Begleitung und konzeptionelle Weiterentwicklung des Sprachförderkonzeptes sowie Qualitätssicherung durch fachliche Begleitung der Sprachförderkräfte. Auch strebt sie eine Weiterentwicklung des Sprachförderprogramms für die Begleitung von SchülerInnen beim Übergang in die Regelklassen an. "Selbstverständlich haben auch Kinder und deren Familien die Möglichkeit, an den städtischen Bildungsangeboten zu partizipieren, was ihre "Beheimatung" erleichtern kann", betont Baaß. Bei allen Aktivitäten ist eine Zusammenarbeit der Stadt mit dem Staatlichen Schulamt, mit den Schulen und den zuständigen Lehrkräften Grundvoraussetzung.

Was wird konkret umgesetzt?

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, gibt es Unterstützung in gleich mehreren Bereichen. Zum einen die zusätzliche Sprachförderung für die SchülerInnen aller Intensivklassen: Jede/r SchülerIn hat Anspruch auf zwei mal zwei Stunden Deutschförderung in einer Woche, zum anderen sozialpädagogische Zusatzangebote: 10 Stunden die Woche für alle SchülerInnen an jeder Schule. Konkret heißt das: Alle SchülerInnen können an zusätzlichen Angeboten am Nachmittag teilnehmen bzw. werden in Kursangebote der Schulen begleitet (einschließlich Mittagstischbegleitung). Nicht zu vergessen die Familienangebote (ganztägige Ferienbetreuung, Spracherwerb durch alltagsintegrierte Sprachanwendung), die fachliche Begleitung der Sprachförderung Deutsch einschließlich der sozialpädagogischen Angebote. Ganz besonders wichtig ist dabei der Aufbau von Vernetzungsstrukturen mit den Schulen.

Steuerungsgremium soll ein abgestimmtes Sprachförderkonzept entwickeln

Um ein integratives, aufeinander abgestimmtes Sprachförderkonzept zu entwickeln, ist es notwendig, ein Steuerungsgremium einzurichten, in dem VertreterInnen der Stadt, des Staatlichen Schulamtes und der Schulen vertreten sind. Das Schulamt verfolgt die Absicht, die Lehrerstellen in den Intensivklassen nach Möglichkeit mit erfahrenen Lehrkräften zu besetzen. Dies setzt voraus, dass die Schulen auch feste Ansprechpartner für das Projekt benennen.

Ferner ist sowohl eine konzeptionelle Zusammenarbeit der LehrerInnen aus den Intensivklassen mit den Sprachförderkräften aus den außerschulischen Sprachfördergruppen notwendig als auch eine Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, dem Staatlichen Schulamt, dem Bürgermeister, der Stadtjugendförderung und dem Verein "Lernmobil e. V.". Die gemeinsame Weiterentwicklung des additiven Konzeptes zu einem integrativen Konzept steht dabei im Vordergrund. "Um die Verzahnung der Sprachförderung zu ermöglichen, sollen gemeinsame Fortbildungen für Lehrkräfte an den Schulen wie für die Sprachförderkräfte der außerschulischen Partner durchgeführt werden", ergänzt der Bürgermeister. Und weiter: "Bildung und Sprachkompetenz sind die Voraussetzungen für gelingende Integration. Integration von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien kann nie nur an einem Ort passieren. Deshalb ist auch in diesem Sinne ein Zusammenspiel verschiedener Akteure an vielen Orten in einer Kommune notwendig."