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16.04.2019 17:04 Kategorie: Berichte

Wanderausstellung im Rathaus: Geschichte und Integration deutscher Spätaussiedler

Gestern Ausstellungseröffnung im Ratssaal – Ausstellungsdauer bis 15. Mai

Jakob Fischer, Projektleiter der vom Bund geförderten Wanderausstellung, Waldemar Werner vom Kreisvorstand "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" und Erster Stadtrat Jens Bolze eröffneten gestern gemeinsam die Wanderausstellung "Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart" im Viernheimer Rathaus. Eindrucksvoll spiegelt diese die Geschichte der Russlanddeutschen wider und informiert auf 24 Stellwänden über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der Sowjetunion und ihre Geschichte. Sie wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) mit Sitz in Stuttgart konzipiert und mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI Berlin) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF Nürnberg) realisiert.

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen und größere Gruppen besteht die Möglichkeit, auf einer Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland viel Interessantes zu erfahren.

Zu sehen ist die Ausstellung während den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung im Rathaus (1. OG, Ratssaalfoyer). Alle Bürgerinnen und Bürger - vor allem interessierte Schulklassen - sind hierzu herzlich eingeladen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Zur Information:

Viele Deutsche folgten dem Ruf der Zarin. Ausgelöst worden war die große Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22. Juli 1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen. Die eingewanderten Deutschen sollten mehrheitlich den Beruf eines Ackerbauers ausüben und die endlosen Steppen der Kirgisen und Tataren für den Weizenanbau nutzen. Die Mehrheit kam aus Deutschland, wo nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) große Not und Armut herrschte.

Katharina II. versprach den deutschen Eingewanderten Privilegien wie eine eigenständige deutsche Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und bis zu 30 Hektar Land für jede Familie. So entstanden in der Zeit von 1764 bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, um Raum St. Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus, im Baltikum und in Bessarabien (heute: Moldawien und Ukraine).

Die Folgen von zwei blutigen Weltkriegen und die daraus resultierenden Konflikte mit Deutschland trafen die Nachfahren der deutschen Auswanderer in der späteren Sowjetunion hart. Es kam zu Pogromen und Deportationen, Enteignungen, Repressalien und zum Verbot der deutschen Sprache.

So ist es kein Wunder, dass in der Folge viele Deutsche die Russische Föderation sowie die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR verlassen haben und ins Land ihrer Ahnen zurückgekehrt sind - nach Deutschland.

Die Mehrheit der Russlanddeutschen ist inzwischen gut integriert und steht für ein Beispiel gelungener Wiedereingliederung in Deutschland.

Kontakt / Rückfragen / Führungen:

Hermann Wunderle
Presse- und Informationsstelle
Tel. 06204 988-238
E-Mail: HWunderle(at)viernheim(dot)de

Jakob Fischer
Tel. 0171 40 34 329
E-Mail: J.Fischer(at)LmDR(dot)de
www.deutscheausrussland.de, www.lmdr.de, http://facebook.de/lmdr.ev