Aus dem Magistrat: Nibelungen-/ Wormser Straße soll Viernheims Prachtallee bleiben

Verwaltung plant einfache Verbesserungen - zunächst ohne größere Investitionen

Anwohner, Umwelt und Verkehrsteilnehmer sollen hiervon profitieren

Die Prachtallee Viernheims, die Nibelungen-/ Wormser Straße, ist in die Jahre gekommen. Es besteht Handlungsbedarf. Nach Mitteilung von Erstem Stadtrat Jens Bolze zeigen sich einige Probleme ganz deutlich: "Ein Teil des Baumbestandes in den Baumbeeten von begrenzter Größe hat sich nicht gut entwickelt. Leere Baumbeete durch ausgefallene Straßenbäume führen zu Lücken. Außerhalb des Mittelstreifens fehlen ca. 30 Bäume und ca. 10 sind in einem stärker geschädigten oder absterbenden Zustand. Damit wird der Charakter als Grünzug geschwächt und es sieht auch optisch nicht gut aus. Angesichts der Klimaveränderungen ist eine gute Wasserversorgung der Bäume in Zukunft noch wichtiger. Darüber hinaus sind hinsichtlich der baulichen und verkehrlichen Situation funktionale Mängel festzustellen."

Aus diesem Grunde hat die Verwaltung ein Konzept mit konkreten Vorschlägen erarbeitet, wie man bei anstehenden Reparaturen, bei punktuell notwendigen Instandsetzungen mit einfachen Mitteln Verbesserungen erreichen kann. Dabei werden einige Standardlösungen vorgeschlagen, mit der das bereits vorhandene gestalterische Prinzip aufgegriffen werden soll.

Nach Einschätzung von Baudezernent Bolze gibt es einfache Verbesserungsmöglichkeiten, die alle das Ziel verfolgen, die Wasserversorgung der Bäume zu verbessern, mehr Flexibilität beim Verlegen von Versorgungsleitungen zu gewinnen, optimale Gliederung des Straßenraumes für alle Verkehrsteilnehmer - insbesondere für Fußgänger und Radfahrer - zu ermöglichen sowie das Kanalnetz zu entlasten. "Wir können ohne viel Aufwand Versickerungsflächen schaffen und damit auch das Kleinklima verbessern."

Wie im Gutachten vom Büro Dr. Gerdes, Darmstadt, 2016 dargestellt wurde, eignet sich die Straße auch sehr gut, um durch Niederschlagsversickerung das Kanalsystem zu entlasten. Das hydrologische Gutachten hatte deshalb den Bereich zur Kanalentlastung vorgeschlagen. Das im Boden gepufferte Wasser dient jedoch auch durch Verdunstung der kleinklimatischen Verbesserung. Dies ist ein Baustein der Klimafolgenabwehr und damit wesentlich zur Zukunftssicherung des Grünbestandes, der Straße und des umgebenden Stadtgebietes. In dem Gutachten wird besonders der Mittelstreifen als Potential gesehen. Dessen Nutzung ist bei den derzeitigen Gefälleverhältnissen für einen Teil der Straßenfläche möglich.

"In dem Konzept der Verwaltung, welches dem Magistrat zur Kenntnis gegeben wurde, sind nur die Möglichkeiten dargestellt, die sich im Randbereich der Straße ergeben, also besonders im Baum- und Parkierungsstreifen zwischen Geh-, Radweg und dem Mehrzweckstreifen sowie an den Einmündungen. Es sind solche Möglichkeiten, die sich im Rahmen der kontinuierlichen Unterhaltung ohne investive Mittel ausführen lassen", verdeutlicht Bolze.

Mögliche Veränderungen im Mittelstreifen bedürfen weitergehender Grundlagenermittlungen und Planung. Sie sind in diesem Konzept noch nicht behandelt.

Wie geht es weiter? Die konzeptionellen Vorstellungen der Verwaltung sollen im Rahmen einer öffentlichen Beteiligung allen Anliegern vorgestellt und diskutiert, im Einzelfall auch modifiziert werden. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Bauen wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Verwaltungskonzept beschäftigen.

Zur Information:

Die Nibelungen- / Wormser Straße ist eine der wichtigsten Straßen im Viernheimer Stadtgebiet, nicht nur aufgrund der Verkehrsmenge, die sie in Ost-West-Richtung aufnimmt und verteilt. Sie ist als gerade, lange und breite Achse ein wesentliches Gliederungs- und Orientierungselement in der Stadtstruktur Viernheims. Mit der Begrünung und Baumbepflanzung des Mittelstreifens in den 1960er Jahren und mit dem verkehrsberuhigenden Umbau Mitte der 1980er Jahre wurde sie auch zu einem Schwerpunkt der Grüngestaltung und ein Vorzeigeobjekt in der Stadt.