Beteiligungsforum "Energie- und Klimaschutz": Energie bleibt ein spannendes Zukunftsthema

Erneuerbare Energien: Noch viel Potenzial vorhanden! Großes Thema: Fotovoltaik! Eines der Projekte: Neubürger für umweltfreundlichen Lebensstil gewinnen

 

Der Auftrag ist klar definiert: Entwicklung eines Zukunftskonzeptes für Energie- und Klimaschutz für die nächsten 20 bis 30 Jahre.


Seit seiner Gründung im September 2011 sucht und diskutiert das Beteiligungsforum "Energie- und Klimaschutz" in mittlerweile 13 Arbeitstreffen alle möglichen Lösungsansätze und Ideen. Drei Arbeitsgruppen (Regenerative Energien, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sowie Konzepterstellung) verfolgen in regelmäßigen Sitzungen die Umsetzung der Zielvorgabe und haben mittlerweile rund 30 Maßnahmen zur künftigen Energieversorgung und zum Klimaschutz vorgeschlagen. Sechs davon sollen vorrangig angegangen werden. Darunter das große Thema Fotovoltaik.

Bürgermeister Matthias Baaß freut sich darüber, dass es gelungen ist, engagierte Viernheimer Bürger dafür zu gewinnen, ein gemeinsames Energie- und Klimaschutzkonzept für die kommenden Jahre aufzustellen.

Brundtlandbeauftragter Philipp Granzow stellte den Bericht über die Ergebnisse der ersten Projektphase Ende August im Ausschuss für Umwelt und Verkehr im Einzelnen vor.

"Ein großes Thema ist die Fotovoltaik. Diese ist die einzige regenerative Energiequelle, die wir in Viernheim selbst nutzen können", hebt Granzow die Bedeutung der Fotovoltaik hervor. Das Potenzial sei noch sehr groß. 1.000 weitere Dachanlagen (à 10.000 €) seien durchaus realistisch. "Das ist ein enormes technisch-wirtschaftliches Potenzial. Nun gilt es, die Menschen zu überzeugen. Aus diesem Grunde steht auch eine PV-Kampagne ganz oben auf der Wunschliste." Die Umsetzung soll weiter durch Freiwillige/Eherenamtliche erfolgen. Es ist daran gedacht, je Thema/Maßnahme ein Team zusammenzustellen: "Wir wollen allerdings durchaus Profis dazuholen. Das ist im Ehrenamtsbereich durchaus neu, doch die Kombination von Ehrenamt und Professionalität kann uns nur voranbringen", deutet Granzow die Richtung an.

Auch der frühere Kreis der aktiven Teilnehmer des Beteiligungsforums bleibt nicht untätig. Auf deren Wunsch wird es zwei Formen von Veranstaltungen geben: einen monatlichen Stammtisch mit konkretem Thema und offen für Interessierte sowie Energiegespräche/Vorträge mit externen Referenten zu den Themen Energieversorgung und Klimaschutz.

Gründung des Beteiligungsforum "Energie- und Klimaschutz" im September 2011

Der Auftrag zur Etablierung eines Beteiligungsforums kam im September 2011 aus dem politisch-parlamentarischen Raum - befördert durch den katastrophalen Reaktorunfall in Fukushima. Beides lässt sich optimal verknüpfen: Klimaschutz und Bürgerkommune. Eingeladen waren seinerzeit 30 Personen, die in den letzten Jahren immer wieder durch Aktivitäten im Klimaschutz auffielen, und weitere 80 Personen die beim Bürgerpanel ihr Interesse an der Teilnahme an einem solchen Kreis geäußert hatten. 40 Personen erschienen beim ersten Treffen, danach pendelte sich die Teilnehmerzahl auf 20 ein.

Ein spannender Prozess der im laufenden Betrieb gesteuert wird. Für eine Verwaltung eher ein untypisches Vorgehen.

Die Ergebnisse des Beteiligungsforums -übrigens das erste Projekt, das nach den neuen Spielregeln der "Bürgerbeteiligung" durchgeführt wurde- kann sich sehen lassen. Über 30 Maßnahmenvorschlägen zu 6 Themenbereichen/Visionen: Klimaschutz in allen Köpfen (Klimaschutz ist Teil des Lebensstils), Sonne tanken (Erneuerbare Energien), der Strom kommt vom Dach (Fotovoltaik), frischer Wind aus dem Odenwald (Windkraftanlagen), Weniger ist mehr (Reduzierung des Stromverbrauchs), Wir machen mit (Bürgerengagement für den Klimaschutz).

Mehrere Vorschläge wollen die Akteure vorrangig umsetzen. Dazu gehört, Neubürger für einen umweltfreundlichen Lebensstil zu gewinnen - und das in enger Kooperation mit dem Umweltverein Kompass. Die Aktion ist Teil der Begrüßungskultur Viernheims. Ein Vorschlag wird derzeit mit dem Kompass-Vorstand abgestimmt.

Nicht zu vergessen der Bereich Fotovoltaik, den man mit einer Kampagne in den Fokus rücken möchte.

Statements von Mitgliedern des Beteiligungsforums:


Philipp Granzow, Brundtlandbeauftragter der Stadt Viernheim, kommt zu dem Schluss: "Energie ist ein spannendes Zukunftsthema, weltweit aber auch lokal und für jeden Einzelnen. Im Beteiligungsforum war und ist Gelegenheit, die kommunale Entwicklung mit zu gestalten."

"Die Stadtwerke Viernheim unterstützen die Arbeit im Forum als einer der Hauptakteure. Ich bringe über 20 Jahre Erfahrung in der Energiewirtschaft in das Forum ein und nehme viele neue Anregungen und Ideen aus den Diskussionen mit anderen Teilnehmern mit", so Andreas Vondung, Vertreter der Stadtwerke Viernheim GmbH.

"Viernheim schaltet um - mit einem Warenkorb voller "grüner" Energie und frischem Wind", meint René Steffen Thoma. "Dank der engagierten Leute dieses Bürgerforum wurden etliche klimafreundliche Lösungen eruiert und einige dieser interessanten Ideen stehen nun zur Umsetzten an - tolle Sache."

Für Ulrich Zeh war ein wichtiger Grund seiner Teilnahme: "Die teilweise fanatische, einseitige Darstellung der Energiewende im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas einzubremsen, da Fanatismus die Sicht auf die Wirklichkeit vernebelt. Bezahlbare Kosten für den Verbraucher haben einen hohen Stellenwert bei der Energieversorgung und werden in den Diskussionen verschwiegen oder verniedlicht."


Wolfgang Mandel ist mit der Erwartung in das Beteiligungsforum gegangen, "dass in Viernheim noch jede Menge Potenzial an erneuerbaren Energien umzusetzen ist."