Demenz / Demenznetz Viernheim: Neuer Demenzwegweiser hilft bei der Bewältigung unterschiedlicher Herausforderungen

Möglichkeiten für Betroffene und Angehörige - Broschüre finanziert durch die Sparkassenstiftung Starkenburg

Er ist ausgesprochen handlich und lesefreundlich, umfasst 28 Seiten, herausgegeben vom Demenznetz Viernheim und will Demenzkranken und deren Angehörigen Hilfe anbieten, Hilfe bei der Bewältigung unterschiedlicher Herausforderungen. Denn von Demenz betroffene Menschen benötigen ein differenziertes Unterstützungsangebot.

"In unserem Demenz-Wegweiser wollen wir das breite Spektrum von Hilfsangeboten in unserer Stadt vorstellen. Nicht hoch genug einzuschätzen ist die Arbeit des ‚Demenznetz Viernheim', ein Zusammenschluss verschiedener an der Versorgung demenziell erkrankter Menschen und deren Angehörigen, beteiligter Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialarbeit und Pflege. Dort werden die einzelnen Beiträge und Angebote zusammengeführt und im Sinne einer Verbesserung der Lebenssituation der erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen miteinander verknüpft. Seine bisherigen Angebote erfahren einen großen Zuspruch, der das Bedürfnis der Bevölkerung nach Hilfe verdeutlicht", betont Bürgermeister Matthias Baaß bei der Vorstellung der neuen Broschüre zusammen mit Andrea Helm und Mehmet Kocak (Sparkassenstiftung Starkenburg), Eberhard Schmitt-Helfferich (städtischer Seniorenberater) und weiteren Mitgliedern des "Demenznetz Viernheim" (Dr. Joachim Grießhaber, Kornelia Oetzel und Gabriele Tillessen) im Rahmen eines Pressegesprächs im Viernheimer Rathaus.

Großer Dank gilt der Sparkassenstiftung Starkenburg, die die Broschüre bereits zum fünften Mal voll finanziert hat. Andrea Helm und Mehmet Kocak (Sparkassenstiftung) zeigten sich überrascht von der gelungenen Neuauflage wie von der Vielfalt an Aktivitäten und Angeboten. "So etwas müssten eigentlich alle Kommunen anbieten können."

Baaß macht den Betroffenen gleich Mut: "Scheuen Sie sich bitte nicht, den fachlichen Rat kompetenter Anlaufstellen in Viernheim in Anspruch zu nehmen. Denn alle, die an diesem Demenzratgeber mitgearbeitet haben, verfügen über langjährige Erfahrung mit von Demenz betroffenen Menschen."


Demenz verändert das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen


Die Lebenserwartung steigt von Jahr zu Jahr. Das ist ein Grund zur Freude. Doch das Alter fordert auch seinen Tribut. Nicht allen Senioren ist es vergönnt, bis ins hohe Alter geistig und körperlich gesund am familiären und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Viele leiden unter den bekannten Zivilisationskrankheiten, und immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Diese Krankheit verändert das Leben der Betroffenen, in hohem Maße aber auch das der Angehörigen.


Demenzwegweiser gibt wichtige Tipps

Breit gefächerte Informationen bietet der neue Demenzwegweiser - angefangen von der genauen Beschreibung der Krankheit Demenz, dem Weg zur Diagnose, der Auflistung von Fachärzten und Fachkliniken über Gefühle demenzkranker Menschen, richtige Vorgehensweisen für Angehörige, Betreuung zu Hause bis hin zu den einzelnen Pflegestufen - Pflegegraden, Pflegeversicherung und ambulanten Hilfen. Interessant auch die anderen Kapitel: Kurzzeitpflege, stationäre Pflege, stationäre Betreuungsangebote, St.-Josef-Krankenhaus Viernheim und Hospizverein Viernheim e.V., Vollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung. Nicht zu vergessen Versicherungen, Schwerbehindertenausweis, Hilfsmittel, Hausnotruf, Zielsetzung des Demenznetzes sowie Links, Medien zum Thema Demenz und Ansprechpartner.

Der neue Demenzwegweiser liegt in allen öffentlichen Einrichtungen, Krankenhaus, Forum der Senioren, Arztpraxen etc. aus und wird kostenlos abgegeben.

Zielsetzung des Demenznetzes

Das Ziel
Über eine Vernetzung verschiedener Angebote erhalten Erkrankte nach einer fachgerechten Diagnostik eine auf die Komplexität ihrer Erkrankung abgestimmte Beratung, Behandlung und Versorgung. Ihre Angehörigen finden über spezifische Angebote auch der Nachbarschaftshilfe Entlastung. Wie die Mitarbeiter in Einrichtungen des Gesundheitswesens und weiteren Stellen des öffentlichen Lebens sind sie außerdem umfassend informiert und wissen um einen angemessenen Kontakt mit den erkrankten Menschen. Es besteht eine fortdauernde und wohl dosierte Präsenz der Thematik "Demenz" in der Öffentlichkeit.

Das Demenznetz Viernheim
Das Demenznetz Viernheim ist ein Zusammenschluss verschiedener Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialarbeit und Pflege, die an der Versorgung demenziell erkrankter Menschen und deren Angehörige beteiligt sind. Darüber hinaus gehören Angehörige von Betroffenen, Mitarbeiter der Kommune, des St. Josef-Krankenhaus sowie der Kirchen dem Demenznetz an.

Im Demenznetz Viernheim werden alle krankheitsrelevanten Angebote der Stadt zusammengeführt und im Sinne einer umfassenden Information und Versorgung miteinander verknüpft. Demenziell erkrankte Menschen wie auch ihre Angehörigen und Bezugspersonen sollen Zugang zu den Informations- und Versorgungsangeboten erhalten. Gemeinsam arbeitet das Demenznetz für eine Verbesserung der Lebensqualität demenziell erkrankter Menschen. Das bedeutet auch, dass sie am öffentlichen Leben teilnehmen und dabei Aufmerksamkeit und Respekt erfahren.

Die Angebote im Einzelnen

- Sensibilisierung für demenzielle Krankheitsbilder
- Förderung des Verständnisses für demenziell erkrankte Menschen
- Offener Umgang mit dem Thema "Demenz"
- Frühe Diagnosestellung
- Umfassende individuelle Versorgung demenzerkrankter Menschen in einem ihren
Bedürfnissen und Möglichkeiten angemessenen Lebensumfeld
- Entlastung der Angehörigen und Bezugspersonen demenzkranker Menschen
- Kenntnis von Symptomatik, Diagnostik und Behandlung von Demenzen
- Wissen um die Ressourcen von Menschen mit Demenz
- Qualifizierung von Angehörigen und Bezugspersonen sowie Berufsgruppen, die mit
Demenzkranken in Kontakt stehen
- Eine angemessene Kommunikation

Dem Demenznetz Viernheim gehören an:

- Dr. Nikolaj Niedermeier, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychologie
- Dr. Joachim Grieshaber, Facharzt für innere Medizin
- Caritas-Sozialstation
- Forum der Senioren
- Die Johanniter
- St. Josef-Krankenhaus
- Stadt Viernheim, Seniorenberatung
- Stadt Viernheim, VHS - Fachbereich Gesundheit
- Sabine Kaminski, Logopädin
- Martina Schnitzler, Dipl. Psychologin
- Gabriele Tillessen, Selbsthilfegruppe Demenz sowie
- die katholischen Kirchengemeinden St. Hildegard / St. Michael


Ansprechpartner

Stadt Viernheim - Seniorenberatung
68519 Viernheim, Hinter den Zäunen 6
Telefon: 06204 / 988-236 und -336
Anne Brück und Eberhard Schmitt-Helfferich

Stadt Viernheim - VHS, Fachbereich Gesundheit
68519 Viernheim, Kreuzstraße 2-4
Telefon 06204 / 988-407
Horst Stephan

Zur Information: Am Samstag, 18. März 2017, wird das Demenznetz Viernheim unterm Marktschirm der Stadtverwaltung den neuen Demenzwegweiser auf dem Wochenmarkt vorstellen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Demenznetz Viernheim werden an diesem Samstag über das Jahresprogramm des "Netzwerk Demenz" informieren und dabei insbesondere den neuen Demenzwegweiser vorstellen. An diesem Marktstand werden außerdem die Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen der Viernheimer Selbsthilfegruppen vertreten sein, die Werbung für den Viernheimer Selbsthilfetag am 26. März 2017 betreiben.