Gleichstellungsbüro: Aktionen für Frauen- und Menschenrechte vom 1. bis 10. März +++ Equal Care Day +++ Internationaler Frauentag +++ Equal Pay Day

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Bergstraße beteiligen sich gemeinsam an weltweiten Aktionen – in diesem Jahr online

Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen, für gleichberechtigte Verteilung der Sorgearbeit, für Chancengleichheit unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität und für gleiche Bezahlung ALLER – dazu soll an verschiedenen Aktionstagen ein Zeichen gesetzt werden: Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit werden vom 1. bis zum 10. März Veranstaltungen zum Equal Care Day, Internationalen Frauentag und zum Equal Pay Day angeboten. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Viernheim, Maria Lauxen-Ulbrich, beteiligt sich gemeinsam mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Bergstraße (Kreis-Frauenbüro, Bensheim, Bürstadt, Heppenheim, Lampertheim) an diesen Online-Veranstaltungen.

Die Angebote im Überblick:

Equal Care Day

Der einstündige Online-Vortrag „Das bisschen Haushalt und die unsichtbare Arbeit, die ihn am Laufen hält“ macht im Rahmen des Equal Care Day am 1. März auf die Verteilung von Care-Arbeit in Familien und Beziehungen aufmerksam. In ihrem Vortrag geht Referentin Susanne Maier den Fragen auf den Grund, wieso Care-Arbeit oft geringgeschätzt wird, warum sie öfter an Frauen hängen bleibt und was geändert werden kann und muss, um Sorgearbeit fair zu verteilen. Interessierte melden sich bitte beim Frauenbüro der Stadt Bensheim unter frauenbuero(at)bensheim.de.

Internationaler Frauentag

Am 8. März wird der Internationale Frauentag auch im Kreis Bergstraße begangen. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten freuen sich über ein Grußwort von Hilde Kille, Sprecherin der DGB-Gewerkschaftsfrauen im Kreis Bergstraße. Start der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Im Anschluss wird es ab circa 19.30 Uhr eine interne Vorführung des Dokumentarfilms „Woman – 2000 Frauen, 50 Länder, 1 Stimme“ über einen Stream (Übermittlung per Internet) geben. „Woman“ ist ein weltweites Projekt, das 2000 Frauen in 50 verschiedenen Ländern eine Stimme gibt. Die Laufzeit beträgt 105 Minuten. Mehr zum Film ist unter www.mindjazz-pictures.de zu finden. Neben den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und dem DGB unterstützen das Familienbildungswerk Viernheim und das Lernmobil Viernheim e.V. die Vorführung des Films mit einem Kontingent an Gutschein-Codes – solange der Vorrat reicht. Interessierte melden sich beim Gleichstellungsbüro der Stadt Viernheim unter gleichstellungsbuero(at)viernheim.de und erhalten mit etwas Glück einen freien Gutschein-Code.

Equal Pay Day

Anlässlich des Equal Pay Day wird am 10. März von 18.30 bis circa 20 Uhr ein kostenfreier Online-Workshop für Frauen mit dem Titel „Die soziale Funktion von echten Beziehungen zu Menschen – wie können wir auch in dieser turbulenten Zeit Kontakte pflegen?“ angeboten. Hier wird Referentin Anna Basse, systemische Business-Coach und Trainerin für Integration, Ausnahme- und Krisensituationen, aufzeigen, wie „Frau“ der Spirale der Einsamkeit entkommen kann. Denn gerade jetzt sind Frauen jeder Altersgruppe durch die Kontaktsperre mit sich und ihren Themen allein, insbesondere auch durch die hohen Anforderungen in der Familie. Dies ist eine Kooperation mit dem Büro für staatsbürgerliche Frauenarbeit in Wiesbaden. Die Anmeldung und Teilnahme erfolgt über folgenden Link: register.gotowebinar.com/register/4571193616674534670

Erfreulich ist, dass der sogenannte Equal Pay Day, der anhand der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern berechnet wird, vier Tage nach vorne gerückt ist – auf den 10. März 2021. Die sogenannte Gender Pay Gap ist von 21 Prozent auf 19 Prozent gesunken. Dies ist ein Erfolg – allerdings belegt Deutschland im europäischen Vergleich jedoch nach wie vor eine der hinteren Spitzenpositionen. Einer der Gründe dafür ist, dass bei der Verteilung von Haus- und Sorgearbeit immer noch nach alten Regeln gespielt wird. Das aufgrund der aktuellen Situation praktizierte Home-Office kann eine Chance für berufstätige Frauen sein, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Durch die Schulschließungen und das damit verbundene Home-Schooling wird es jedoch auch zur Zerreißprobe für Eltern, vorwiegend für Mütter, wie Studien zeigen. Darauf macht auch der Equal Care Day aufmerksam.

Dies alles zeigt, dass es in vielen Bereichen weiter zu kämpfen gilt, um bessere Bedingungen für Frauen zu schaffen. So wird der Internationale Frauentag, auch Frauenkampftag genannt, seit mehr als 100 Jahren am 8. März begangen. Weltweit demonstrieren Frauen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Frauen.

Hintergründe zum Equal Care Day, Internationalen Frauentag und Equal Pay Day

Der Equal Care Day wurde 2016 in Anlehnung an den Equal Pay Day ins Leben gerufen. Care-Arbeit ist überwiegend „unsichtbare Arbeit“. Sie wird, genau wie der Schalttag am 29. Februar, oft übergangen und nicht mitgedacht. Daher findet der Equal Care Day in Schaltjahren am 29. Februar und in allen anderen Jahren, wie auch in diesem, am 1. März statt. Ziel ist eine fairere Verteilung privater, beruflicher und ehrenamtlicher Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern. Das Motto lautet „Vorausschauende Rücksichtnahme“. Näheres zum Thema unter www.equalcareday.de zu finden.

Der Internationale Frauentag wird bundesweit als Tag begangen, an dem jedes Jahr Impulse für die weitere Umsetzung von Gleichberechtigung gesetzt werden. Der 8. März wurde 1977 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen als „Internationaler Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ proklamiert. Seine Geschichte geht bis auf 1911 zurück. Damals feierten Frauen erstmals einen Frauentag, an dem sie sich für Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen einsetzten. „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ und „Keine Sonderrechte, sondern Frauenrechte“, diese Zitate stammen von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Sie ist eine der Vorreiterinnen der Frauenrechtsbewegung und war um 1910 maßgeblich daran beteiligt, dass der internationale Frauentag eingeführt wurde. Weitere Informationen sind hier auf der Internetseite www.unicum.de zu finden.

Entstanden ist der Equal Pay Day - der Tag für gleiche Bezahlung - in den USA. Die amerikanischen „Business and Professional Women“ (BPW) schufen 1988 mit der „Red Purse Campaign“ ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Das Frauennetzwerk Business and Professional Women initiierte 2008 erstmals den Equal Pay Day in Deutschland. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Frauenrat (DF) und der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) zählen zum nationalen Aktionsbündnis. Weitere Informationen unter www.equalpayday.