Kultur- und Sportamt: Führungswechsel in der Abteilung Stadtgeschichte

Gisela Wittemann übergibt Lebenswerk an Elke Leinenweber +++ Museum präsentiert neues Jahresprogramm 2021

Zum 31. März wird die aktuelle Leiterin der Abteilung Stadtgeschichte des Kultur- und Sportamts, Gisela Wittemann, ihren Ruhestand antreten.

Nach dem Bewerbungsverfahren beschloss der Magistrat in seiner Sitzung Ende November 2020 die Museologin und Kulturmanagerin Elke Leinenweber als Nachfolgerin, die nun am 15. Februar 2021 ihr neues Beschäftigungsfeld im Museum im Berliner Ring aufnahm. In einer digitalen Pressekonferenz stellten Bürgermeister Matthias Baaß, Amtsleiter Stephan Schneider sowie Gisela Wittemann die neue städtische Mitarbeiterin vor. Gleichzeitig wurde das neue Jahresprogramm 2021 des Museums präsentiert, das wieder viele interessante Veranstaltungen und Angebote für Kinder und Erwachsene bereithält.

„Nach 31 Beschäftigungsjahren wird die langjährige Leiterin des Stadtarchivs und Museums im Berliner Ring die Stadtverwaltung Viernheim verlassen“, so der Wortlaut von Bürgermeister Matthias Baaß, der den Umstand als „nicht schön“ beschreibt. Doch alle Beteiligten könnten stolz sein auf das, was in den 31 Jahren unter der Federführung von Gisela Wittemann entstanden sei, so Baaß. „Das Museum ist das Aushängeschild des Fachbereichs und ein Schmuckstück in der Stadt Viernheim, was neben der Gebäudeoptik vor allem aber an dem didaktisch sehr modernen Konzept liegt, das bei einem Besuch erlebbar wird.“ Gisela Wittemann war es immer wichtig, Geschichte so zu sehen, wie man sie sehen muss. Denn nur, wer sich der Geschichte und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Geschehnisse seines Heimatortes bewusst sei, könne auch im Heute die richtigen Entscheidungen treffen. „So hat Gisela Wittemann immer ihren Auftrag verstanden“, bescheinigt Baaß der langjährigen Mitarbeiterin eine großartig geleistete Arbeit und spricht ihr in diesem Zug seinen ausdrücklichen Dank aus.

 
Auch jetziger Amtsleiter Stephan Schneider, der schon zu Beschäftigungsbeginn von Gisela Wittemann mit ihr als Kollege und Schriftführer für das Kuratorium Heimatmuseum einige Jahre im damaligen Kultur- und Sportamt unter der Leitung von Werner Helbig zusammenarbeitete, blickt besonders auf die zurückliegenden Jahre und den damit verbundenen Wandel des damaligen Heimatmuseums zum jetzigen Museum zurück: „Man kann das ohne Weiteres als das Lebenswerk von Gisela Wittemann bezeichnen“, stellt Schneider fest. Besonders den noch von Wittemann zuletzt vorgenommenen Umzug des historischen Archivs in das Marchivum in Mannheim und die damit verbundenen umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen hob Schneider hervor.

Einig sind sich alle Beteiligten, dass mit Elke Leinenweber eine gute Auswahl getroffen wurde und eine sehr qualifizierte Nachfolgerin die Leitung übernimmt. „Gerade ihr sehr breiter Erfahrungshintergrund passt optimal zu unserem Fachbereich mit den museumspädagogischen Angeboten, dem Archiv und den verschiedenen Veranstaltungen“, so Baaß. Das Marchivum in Mannheim den Bürgerinnen und Bürgern in Form von Veranstaltungen näher zu bringen, wird zukünftig auch eine ihrer Aufgaben sein, ergänzt Schneider. Elke Leinenweber freue sich sehr, „hier in Viernheim zu sein“. Bereits der erste Besuch des Museums habe sie „verzaubert“ und die didaktisch gute Ausstellung sofort überzeugt.

Zur Person

Nach ihrem Erststudium in Leipzig trat Elke Leinenweber eine Volontariatsstelle am Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel an. Hier sammelte sie Erfahrungen in der Konzeption und Umsetzung von Sonderausstellungen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit. Im Anschluss wechselte sie an das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm, wo sie mehr als vier Jahre als Leiterin der museumspädagogischen Abteilung Vermittlungskonzepte für Kinder und Erwachsene entwickelte. In Kooperation mit der Kulturreferentin für Südosteuropa organisierte sie mehrmals im Jahr internationale Jugendbegegnungen. Aus familiären Gründen zog sie in ihrer Elternzeit nach Landau. Dort bot sich an der Verbandsgemeinde Landau-Land die Einstiegsmöglichkeit ins Archivwesen. 2013 wechselte sie zum Archiv des Karlsruher Instituts für Technologie. Parallel absolvierte sie nebenberuflich das Studium „Management von Kultur- und Non-Profit-Organisationen“. Ihre Abschlussarbeit beschäftigt sich mit den Potentialen von universitären Objektsammlungen für Lehre, Forschung und Marketing. Einen weiteren Schwerpunkt legte sie auf den Einsatz digitaler Medien in der Vermittlung. So konzipierte und realisierte sie in den letzten Jahren verschiedene digitale Projekte am Archiv, u. a. eine Crowdsourcingaktion, bei der Informationen zu historischen Fotografien gesammelt wurden.

Jahresprogramm 2021 des Museums Viernheim
Derzeit ist das Museum aufgrund der Pandemie zwar noch geschlossen, doch trotz Corona hat sich der Fachbereich ein ausführliches Programm überlegt, um handlungsfähig zu sein, sobald die Umstände wieder eine Durchführung von Veranstaltungen erlauben.

So präsentiert das Museum Viernheim bereits im dritten Jahr sein Jahresprogramm als farbenfrohe Broschüre und online auf der städtischen Homepage unter www.museum.viernheim.de . Die Angebote wachsen von Jahr zu Jahr. 2019 startete das Museum seine Vortragsreihe zu unterschiedlichsten Themen, unter anderem zu Menschen und Ereignissen, die die heutige Welt ein bisschen mitgeprägt haben.

Dieses Jahr kommt die Reihe „Museum & mehr – das Museumscafé“ hinzu. Hier werden sich das Museum und jeweils eine Viernheimer Organisation informativ und in der lockeren Atmosphäre eines Cafébesuchs präsentieren. So wird es zum Beispiel im Museumsgarten einen Nachmittag mit Museumsleckereien und Kaffeehausmusik durch die städtische Musikschule geben, eine Veranstaltung mit dem Demenznetz Viernheim zu „Geschichte(n) und Vergessen“ sowie eine Ausstellung und Informationen von Selbsthilfegruppe QUEER.

Besonderes Highlight wird das Museumsfest am 10. Juli und der Eröffnung der Ausstellung FRAUEN-BLICKE sein, die einen Blick in die „Schatzkammer“ der Lebenserinnerungen Viernheimer Frauen bietet und damit ein Stück gelebte Stadtgeschichte weitergibt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Maria Lauxen-Ulbrich statt. Das Rahmenprogramm zur Ausstellung sieht zusätzlich zwei Vorträge von Referentinnen vor, die das Thema „Frauen in der Geschichte“ aufgreifen werden.

Speziell für Kinder bietet das Museum wieder Workshops in den Oster- und Herbstferien sowie Aktionen für Kindergeburtstage aus einer frei wählbaren Palette an Themen an. Aber auch die ganze Familie oder Schulklassen haben die Möglichkeit, das Museum im Rahmen der Museumspädagogik bei einem Kurs zu entdecken. Die Museumsausstellung, Mitmachwerkstatt und der Garten bieten hier den Raum für viele spannende Themen. Der Museumsnachmittag zum Miterleben für die ganze Familie wechselt dieses Jahr zwischen Märchenstunde und Puppen-Mitmachwerkstatt.

Ein interessantes Kursangebot mit Stadtgeschichte in Kombination mit traditionellem Werken, wie zum Beispiel Kräuterwissen bis hin zum textilen Gestalten, wartet auf die erwachsenen Besucher. Auch bei einer einstündigen Führung, entweder alleine oder als Gruppe, mit einem allgemeinen Rundgang oder einem Einzelthema der vier Abteilungen lässt sich die Viernheimer Geschichte in Form einer Zeitreise mit voller Atmosphäre entdecken. Zwei fest terminierte Themenführungen nehmen die Schätze des Museumsgarten in den Fokus, zum einen die steinernen Zeugnisse der Ortsgeschichte sowie zum anderen die Schicksale und das Wirken Viernheimer Persönlichkeiten.

Für das Vortragsangebot konnten wieder zahlreiche Referierende gewonnen werden, die im Rahmen ihrer Forschungstätigkeiten zum Beispiel über den Einfluss von Pflanzen und wie diese die Welt verändert haben, die Naturkatastrophe Tschernobyl oder Alexander-von-Humboldt. Auch eine Pandemie steht aus aktuellem Anlass auf dem Programm und wie diese damals die Schicksale der Gesellschaft im Mittelalter geprägt hatte, nämlich die größte Pestwelle der Geschichte, der „Schwarze Tod“ (1347 – 1351).

Information
Für Anfragen, Buchungen von Führungen oder Anmeldungen zu Kursen, steht Marion Froschauer unter 06204 – 9292071 oder per E-Mail unter marion.froschauer(at)viernheim.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter www.museum.viernheim.de