Lesung 13.09.2019: "Am weißen Kanal" von Barbara Zeizinger ein voller Erfolg

Die Amici d'Italia und die Stadtbücherei Viernheim hatten die Darmstädter Autorin Barbara Zeizinger zu einer Lesung aus ihrem Roman "Am weißen Kanal" am 13.09.2019 in das schöne Scheunenensemble der Stadtbücherei Viernheim eingeladen.

Zunächst informierte Michael Silva die zahlreichen Gäste über das interessante und umfangreiche Medienangebot der Stadtbücherei und erläuterte die Vermittlung von E-Books und E-Medien (Musik, Filme, Zeitschriften etc.) für den unschlagbaren Jahrespreis von nur 16 € im Jahr.
Informationen hierzu finden Sie auf unseren Seiten der Stadtbücherei Viernheim unter Onleihe.

Höchst erfreut zeigte sich Herr Silva über das Buchgeschenk, persönlich überreicht durch die Autorin Barbara Zeizinger, das nun den interessanten und umfangreichen Buchbestandder Stadtbücherei ergänzen wird. Den Roman gibt es übrigens inzwischen auch in italienischer Sprache in der Stadtbücherei auszuleihen.
Weitere Informationen finden Sie im Bestandskatalog.

Frau Zeizinger stellte mit der spannenden Lesung ihr Buch "Am weißen Kanal" vor und ohne es zu wissen, erfuhren die Zuhörer, dass die Handlung des Romans im Bezirk Rovigo, der italienischen Partnerstadt Viernheims, spielt.

Die Rede ist von dem kleinen Dorf Ceregnano, wo noch nach Ende des 2. Weltkriegs in einem Hof 20 Geißeln von Soldaten der Wehrmacht in dem Chaos der Kämpfe mit Partisanen erschossen wurden.

Das erfuhr die Autorin, damals noch im Schuldienst, von einem italienischen Lehrerkollegen bei einem der gegenseitigen Besuche von Schulklassen. Dann begann sie zu schreiben, um diesen Opfern ein literarisches Gedenken zu widmen.

In dem Roman, vor historischem Hintergrund, schuf die Autorin zwei Ebenen. In der einen Handlung ist der Leser in den Jahren 1944/45 bei den Soldaten und bei dem italienischen Jungen Giorgio, der sich mit einem der Soldaten, anfreundet. Auf der anderen Ebene, 2005, taucht der alte Günther Rosenbach als Staatsanwalt auf, kommt jedoch bei einem Unfall (oder war es Selbstmord?) ums Leben. In seinem Nachlass findet seine Enkelin ein Foto von ihrem Opa als Soldat mit dem 14jährgen Giorgio, die beide fröhlich in die Kamera lächeln. Nun nimmt die Autorin die Leser, an diesem Abend die Zuhörer, mit auf die Spurensuche der Enkeltochter Irene. Sie will wissen, was ihr Opa damals erlebte, was geschehen ist. Die Beschreibung der Vorbereitung des Massakers, wann und wo, die Auswahl der Vollstrecker, die weinende Mutter, als die Soldaten ihren Giorgio mitnahmen, Barbara Zeizinger schildert diese schreckliche Situation in ihrem lesenswerten Roman in bemerkenswerter Weise.

Gerhard Schindlbeck, Vorsitzender der Amici d'Italia, dankte der Autorin für ihre Lesung.
Der Abend sei ein wichtiger Beitrag zum Jahresprogramm der Amici d'Italia.