Doppelter internationaler „Ritterschlag“ für Vogelpark Viernheim

Avicultural Society aus England zu Besuch und Wiederauswilderung des Edwardsfasans in Vietnam

Doppelter internationaler „Ritterschlag“ für Vogelpark Viernheim von Michael Haas Gleich 32 Mitglieder der „Avicultural Society“ aus England, besuchten auf Vermittlung von Rainer Berenz, Vogelparkleiter in Bobenheim-Roxheim, den Vogelpark in Viernheim, nachdem sie die Zoos in Frankfurt, Stuttgart und Heidelberg besichtigt hatten.

Rainer Berenz, der mit seinem ebenfalls ehrenamtlich geführten wunderschönen Park in Bobenheim-Roxheim, seit Jahren eine gute Freundschaft mit dem Vogelpark Viernheim pflegt, vermittelte den Besuch, der über einen Kontakt über die International Turaco Society zustande kam. Die Hobbyornithologen von der Insel besuchten bewusst auch kleinere Parks, da man dort oft Vogelarten findet, die in den großen zoologischen Gärten kaum noch zu finden sind.

So konnte der Vogelpark Viernheim insbesondere mit dem Edwardsfasan, über den später noch mehr zu berichten ist, den Hornvögeln und Tokos punkten. Christian Metzger und Michael Haas aus dem Vorstand führten sachkundig durch den Park und beantworteten die zahlreichen Fragen der Besucher insbesondere auch zum Ehrenamt. Die Gäste zeigten sich genau wie in der Bobenheimer Anlage vom gepflegten Zustand beeindruckt und konnten es kaum fassen, dass man solch tolle Parks nur mit ehrenamtlichen Kräften führt und von den Besuchern kein Eintrittsgeld erhebt. Insbesondere vom Neubau der neuen Papageienanlage waren die Engländer restlos begeistert. In England kenne man das so nicht, Vereinsstrukturen nach deutschem Muster seien dort nicht vorhanden.

Ein weiteres Highlight mit Blick über den Viernheimer Tellerrand war die erfolgreiche Zucht und Vermittlung einer jungen Edwardsfasan-Henne an den Zoologischen Stadtgarten in Karlsruhe. Seit 2012 befindet sich der Edwardsfasan auf der Roten Liste der IUCN und gilt in seinem Bestand als akut bedroht. Seit 2011 wurden in dem ehemaligen Bestandsgebiet Kamerafallen ausgebracht, um den Bestand zu evaluieren. Die Fallen brachten zu Tage, was bereits vermutet wurde: Die Wildpopulation in Vietnam ist erloschen. Mit dem gemeinsamen Projekt von Viet Nature, der WPA, BirdlifeInternational und dem Zoologischen Garten Berlin sollen ursprüngliche Habitate aufgeforstet und geschützt werden um diese Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Habitat anzusiedeln. Hierfür wird ein Zuchtprogramm aufgelegt und überwacht. Ziel des Projektes soll es sein im Jahr 2030 über eine gesunde Wildpopulation des Edwardsfasan in Vietnam zu verfügen.

Hierzu vermittelte Heiner Jacken, der Leiter des Projekts bei der World Pheasant Assosiation die junge Henne aus dem Vogelpark Viernheim und einen Hahn aus eigener Zucht an den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Dem Vorsitzenden des Vogelparks Viernheim e.V., Dirk Faltermann, und der ehrenamtlichen Tierpflegerin im Park, Annika Ellighofer, war es dann gegönnt, das wertvolle Tier persönlich in Karlsruhe abzugeben und sich mit Herrn Jacken, der Direktorin der vietnamesischen NGO VietNature, Frau Pham Tuan Anh, Herrn Dr. Clemens Becker dem Vizedirektor des Zoos und den Mitarbeitern im Karlsruher Zoo, persönlich über das Zucht- und Wiederansiedllungsprogramm auszutauschen.

Positiver Nebeneffekt dieser neuen Freundschaft mit dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe war dann die Übergabe einer jungen Bennett-Känguru-Dame. (Jose)-Finchen komplettiert die “Generation J” im Vogelpark. Mit Johnny, Jolantha und Jule gibt es nun eine kleine Känguruherde und scheinbar regt sich sich sogar in so manchem Beutel bereits neues Leben, was dieses Kleinod am Viernheimer Stadtrand noch weiter bereichern wird. Der Vogelpark bleibt auch in den Wintermonaten vom fürhen Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Auch wenn viele Exoten in den Winterhäusern übernachten sin dimmer noch eine große Anzahl der winterfesten Tiere im freien zu bewundern. Große Glasscheiben gewähren zudem einen Einblick ins große Winterhaus, wo dann auch Flamingos, Kuhreiher und rote Sichler beobachtet werden können.