Finanzsplitter: Das finanzielle Engagement der Stadt Viernheim im Bereich Kinderbetreuung ist enorm.

76,00 Euro statt 420,00 Euro

So belaufen sich die Gesamtkosten eines Kindergartenplatzes im Durchschnitt auf rund 420,--€. Für einen Regelkindergartenplatz zahlen die Eltern 76,--€, für einen Kindertagesstätten- oder Hortplatz 102,--€. Den Hauptbrocken übernimmt die Stadt: im Durchschnitt 220,--€. Die Beiträge von Trägern und Land beziffern sich auf 150,--€.

Zudem wird das Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen in den 14 Viernheimer Kindergartenbetreuungseinrichtungen stetig dem Bedarf angepasst.
Bei den Kosten für einen Krippenplatz sieht es nicht anders aus. Hier betragen die Gesamtkosten eines Krippenplatzes im Durchschnitt 696,--€. Die Eltern müssen 127,50 € zahlen, die Stadt steuert den Hauptanteil aus dem Stadtsäckel bei: 317,50 €. Zuschüsse des Landes: 250,--€.

Was die Stadt finanziell leistet, ist bemerkenswert. Von 1994 bis 2011 erhöhte sich der städtische Zuschuss für Kinderbetreuung auf Grund gesetzlicher Vorgaben und des gestiegenen Bedarfs von 2,17 auf 4,8 Millionen. Im gleichen Zeitraum flossen der Stadt Viernheim aus der Verteilung des Gesamtaufkommens an Einkommenssteuer im Land Hessen 11,82 Millionen Euro (1994) zu, jetzt werden es voraussichtlich 12,3 Millionen Euro in 2011 sein.
"Die Schere bei den Einnahmen und Ausgaben geht immer weiter auseinander", bedauert Bürgermeister Matthias Baaß die Entwicklung der Gemeindefinanzen.

"Eigentlich müsste der Staat Betreuungsplätze für die Eltern kostenfrei stellen, so wie die Schulbildung. Statt dessen werden die Kommunen gezwungen, die Beiträge zu erhöhen. Und es wird von Steuersenkungen geredet", zeigt sich Baaß enttäuscht.

Von den Gemeinden wird immer mehr gefordert, Auflagen erhöht, Vorschriften
verschärft. All dies wirkt sich kostensteigernd aus. Die Rechnung zahlt letztlich die Stadt, zahlen die Bürger.


Einige Beispiele:

  • 161 Krippenplätze stehen zur Verfügung, 120 müssen noch geschaffen werden. Für einen zu schaffenden Krippenplatz müssen rund 30.000 Euro aufgewendet werden. Die Kosten für die Erweiterung des Krippenangebotes in Viernheim belaufen sich für 80 Plätze in Neubauten auf insgesamt 2.400.000 Euro (80 x 30.000 Euro). Daran würde sich das Land Hessen mit rund 1.200.00 Euro (80 x 15.000 Euro) beteiligen. Die Restfinanzierung ist von der Stadt Viernheim zu tragen.
  • Ausweitung der Tagesplätze in allen Kindertagesstätten: Übernahme der hierfür notwendigen Ausbaukosten sowie der erforderlichen Trägeranteile der Betriebskosten.
  • Die Betriebskosten für eine Kinderkrippe (mit 10 Kindern) sind mit jährlich 104.700 Euro anzusetzen. Dies ergibt sich aus der Berechnung der Personal- und Sachkosten, der bisherigen Betriebskosten, abzüglich des Zuschusses des Landes Hessen (250,00 Euro/mtl./Kind) sowie der Elternbeiträge (127,50 Euro/mtl./Kind).
  • Vorgeschriebene Verkleinerung der Krippengruppen von 15 auf 10 bei gleichbleibenden Sach- und Personalkosten.