Kindertagesstätten: Wie geht es weiter?

Bürgermeister bittet um Geduld und Verständnis

Von 1.430 Kindern besuchen derzeit nur 21 % die Kindertagesstätten in Viernheim, das sind 297. Die Eltern dieser Kinder gehören einer der Berufsgruppen an, für die mit einer Notbetreuung eine Ausnahme vom nach wie vor gültigen Betretungsverbot von Kindertagesstätten gemacht wird. Die Zahl der für die Notbetreuung Berechtigten ist sogar deutlich größer und liegt bei 551 Kindern, für mehr als 250 Kinder wird das Angebot der Notbetreuung also nicht in Anspruch genommen.

In den letzten Tagen wurde vom Sozialministerium für Hessen eine Änderung der Ausgangsgrundlage angekündigt: Ab dem 2. Juni soll es eine "eingeschränkte Regelbetreuung" geben. Ein Zitat aus der Pressemitteilung des Landes: "Auch diese nächste Phase der Betreuung findet unter den Bedingungen des Infektionsschutzgesetzes statt. Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen berücksichtigt werden, weshalb der Regelbetrieb eingeschränkt ist und nicht alle Kinder im vor Corona gewohnten Umfang betreut werden können. Ziel ist, dass jedes Kind noch vor den Sommerferien seine Kita besuchen kann."

"Mehr als diese Aussagen kennen wir bisher nicht, das lässt vieles offen", so Bürgermeister Matthias Baaß. Der Bürgermeister bittet alle Eltern, deren Kinder grundsätzlich einen Platz in einer Viernheimer Einrichtung haben, noch weiterhin um Geduld. "Selbstverständlich machen sich alle Einrichtungen bereits Gedanken, wie eine Lösung ab dem 2. Juni aussehen kann. Dies ist aber letztlich von den Rahmenbedingungen abhängig, die das Sozialministerium vorgibt", so Baaß. Deswegen sei es für die Einrichtungen momentan völlig unmöglich, konkrete Auskünfte zum Umfang ihres Betreuungsangebotes ab dem 2. Juni zu geben, geschweige denn, für wen das Angebot wann tatsächlich zur Verfügung steht.

Matthias Baaß weiter: "Mir persönlich erscheint es sinnvoll, allen Kindern wieder den Zugang zur Kita zu ermöglichen. Dies wird aber mit Blick auf den Infektionsschutz nur in deutlich kleineren Gruppen möglich sein, so dass zum Beispiel an jedem Tag allenfalls die Hälfte der Kinder die Einrichtung besuchen kann. An zwei bis drei Tagen also die Hälfte der Kinder, an den anderen 2-3 Tagen die andere Hälfte.

Das würde für alle zu einer Verbesserung gegenüber der jetzigen Situation führen, verringert aber gleichzeitig den Umfang des Angebots für die Kinder, die bisher in der Notbetreuung sind." Baaß: "Es wird zum 2. Juni ein verändertes Angebot geben, aber wie dies aussieht, kann im Moment noch niemand sagen." Man sei dazu in Viernheim auch im Gespräch mit allen Trägern der Kindertagesstätten. In den einzelnen Einrichtungen werde es zudem auch noch einmal individuell von der jeweiligen Personalsituation abhängig sein, welche Lösung am Ende möglich ist, es könne auch Unterschiede in den Angeboten geben.