Leserbrief Dr. Peter Dresen/Stellungnahme der Stadtverwaltung: Viernheim summt - aber Verkehrssicherheit ist auch ein Thema!

Antwort der Stadtverwaltung auf den Leserbrief von Dr. Dresen im VT/Viernheimer Nachrichten -Ausgabe 8.6.2017

Der Aufschrei wäre groß und die schnelle Schuldzuweisung an die Adresse der Stadtverwaltung so sicher wie das Amen in der Kirche. Dann nämlich, wenn auf dem stark frequentierten Pariser Weg, wo sich die wenigsten Auto- und Lastwagenfahrer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, ein Fußgänger, Radfahrer oder gar ein Kind unter die Räder käme - ausgelöst durch von Regen und Wind niedergedrücktes, hochgewachsenes Grün an den Feldrändern, das in den Straßenbereich hineinragt und die Fahrbahn bedrohlich verengt.


Allein aus diesem Grunde, allein aus Gründen der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer auf dem Pariser Weg -Fußgänger, Radfahrer, Inliner, Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer aber auch Auto- und Lastwagenfahrer- hat der Stadtbetrieb vor ein paar Tagen das hochgeschossene Grün an den Wegrändern gemäht. Gleiches geschieht in den nächsten Tagen und Wochen an den Hauptwegen der Feldgemarkung (Ziegelhütte, Neuzenlache, Essigzapfen Richtung Schützenhaus etc.).


All dies geschieht im Bewusstsein, dass "Viernheim summt" und weiterhin "summen" soll, ökologische Aspekte beachtet und Biodiversität gefördert werden muss. Doch es wäre unverantwortlich, andere wichtige Aspekte außer acht zu lassen wie: Abflusssicherung im Bereich von Wassergräben, frei zu haltende Sichtbereiche, rechtliche Erfordernisse oder Verkehrssicherheit.


Bürgerinnen und Bürger sowie Naturschutz- und Umweltverbände in Viernheim können davon ausgehen, dass die Stadtverwaltung den ökologischen Wert von Wiesen- und Grünflächen zu schätzen weiß und sich verantwortungsvoll an die im Jahre 2012 auch mit dem BUND vereinbarte Regelung hinsichtlich Pflege und Mähhäufigkeit von öffentlichen Grünflächen und weiteren, einer regelmäßigen Mahd unterliegenden Flächen hält.


Eine sich an idealisierten Vorstellungen orientierte "Ideal-Mahd", wo Blütenpracht und Bienenflug, Verkehrssicherheit nebst Personal- und Technikeinsatz insgesamt problemlos Rechnung getragen wird, stößt schnell an die Grenzen des realistisch Machbaren.


Gut, dass die Stadtverwaltung beim Thema "Pflege von Grünanlagen" sowohl ein Auge für Mohn, Kornblumen, blaue Wegwarten und anderes "Grün" als auch ein Auge für weitere relevante Sichtweisen hat. Denn wäre sie auf beiden Augen "grün", hätte sie den Blick für die Realität verloren.