Mitmachaktion "Red Hand Day": 600 "rote Hände" protestieren gegen Einsatz von Kindersoldaten

Franziskanerkreis, Lehrer und Schüler übergeben Listen an Bürgermeister +++ Bürgermeister sagt Weiterleitung an politisch Verantwortliche zu

Über 600 "rote Hände" - augenfällige Symbole gegen den Einsatz von Kindern als Kindersoldaten - haben Peter Straub, Dr. Herbert Wolz und Kristin Wolz vom Franziskanerkreis der Pfarrei Johannes XXIII. gesammelt. Dabei wurden sie tatkräftig unterstützt von Lehrerinnen und Lehrern der Goethe- und Schillerschule.

Am gestrigen Montag, genau ein Tag nach dem offiziellen, weltweit durchgeführten "Red Hand Day", übergaben sie zusammen mit Cora Mertz, Ingrid Kretschmann und Heinz Weidenauer sowie engagierten Schülerdelegationen einen großen Karton von Listen mit roten Handabdrücken von Schülerinnen und Schülern der Goethe- und Schillerschule an Bürgermeister Matthias Baaß. Gerne komme er dem Wunsch der Organisatoren nach - versicherte der Bürgermeister -, diese an die Bundesministerien für Verteidigung und Wirtschaft sowie an die beiden Bergsträßer Bundestagsabgeordneten weiterzuleiten - verbunden mit der Bitte um entsprechende politische Einflussnahme auf die UNO. Forderungen und Ziel sind klar definiert: "Keine Waffen in Kinderhände - Waffenexporte stoppen!" Und: "Keine Unter-18-Jährigen in Armeen - auch nicht in die Bundeswehr!"

"Kaum zu glauben, dass weltweit immer noch immer rund 250.000 Kinder als Kindersoldaten missbraucht werden", beklagt Kristin Wolz vom Franziskanerkreis und bittet die politisch Verantwortlichen um geeignete Gegenmaßnahmen. "Bei unserer Aktion sind wir erfreulicherweise überall auf offene Türen gestoßen. Alle Angesprochenen haben spontan und gerne mitgemacht." Neben den Schülerinnen und Schülern der Goethe- und Schillerschule haben laut Dr. Wolz auch zahlreiche Mitglieder der Pfarrei Johannes XXIII. die Mitmach-Aktion unterstützt.

Bürgermeister Matthias Baaß nahm die mitgebrachten Listen gerne entgegen und sagte die gewünschte Weiterleitung zu. Die Mitmach-Aktion "Red Hand Day" sei eine gute Möglichkeit, die unakzeptable Situation ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, den berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen. Er dankte sowohl dem Franziskanerkreis und den verantwortlichen Lehrkräften, aber auch den verantwortlichen Schülern für das couragierte Engagement.

Zur Information:

Am 12. Februar 2017 ist "Red Hand Day"

Um auf den Missbrauch von Unter-18-Jährigen als Soldaten aufmerksam zu machen, findet jährlich am 12. Februar der Red Hand Day statt - mit öffentlichen Protesten, Demonstrationen und andere Aktivitäten. Mit Erfolg: In der Vergangenheit hat die internationale Organisation terre des hommes (Hilfe für Kinder in Not) dank aufsehenerregender Aktionen - zum Beispiel vor den Vereinten Nationen in New York und Genf, im Bundestag, beim Deutschen Bundespräsidenten, beim Bundesaußenminister und der Bundesverteidigungsministerin - darauf aufmerksam gemacht, dass es ein Verbrechen ist, wenn Minderjährige als Soldaten ausgebeutet werden. Die Mitmachaktion "Rote Hände" wendet sich gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten.

Noch immer sind Hunderttausende Kinder weltweit gezwungen, mit der Waffe in der Hand zu kämpfen - in Syrien, Indien, Afghanistan, Kolumbien, dem Kongo und vielen anderen Ländern.

Seit 2002 ist geltendes Völkerrecht, dass die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen ein Kriegsverbrechen ist. Seitdem haben Hunderttausende mit der "Aktion Rote Hand" mit fantasievollen Aktionen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten protestiert.

Auch der Franziskanerkreis der Pfarrei Johannes XXIII. beteiligt sich an dieser Aktion durch Sammeln von Listen mit "roten Händen" von Schülerinnen und Schülern an Viernheimer Schulen.

Schwerpunkte der Aktionsfahrt 2017 sind

  • "Keine Waffen in Kinderhände - Waffenexporte stoppen!"
  • "Keine Unter-18-Jährigen in Armeen - auch nicht in die Bundeswehr!"