Prämierungsveranstaltung "Nachhaltiges Wirtschaften MRN"

Viernheimer "Forum der Senioren" für effizientes, umweltfreundliches und nachhaltiges Wirtschaften zertifiziert

 

"Das Forum der Senioren hat im Rahmen der Initiative "Energieeffizienz Metropolregion Rhein-Neckar" an dem vom Land Baden Württemberg und der Europäischen Union geförderten Projekt "Nachhaltiges Wirtschaften" im Jahre 2012 mit Erfolg teilgenommen."

So lautet der Text der Urkunde, die das Team der Viernheimer Senioreneinrichtung (Jürgen Hoock, Thomas Mandel, Günter Pokorny und Manuela Lopatta) bei der Prämierungsveranstaltung "Nachhaltiges Wirtschaften MRN" im Ladenburger Domhof vor ein paar Tagen überreicht bekamen.

Gewürdigt wurden folgende Projekte: die bereits erfolgte Umstellung auf LED-Beleuchtung sowie die geplante Installation eines Blockheizkraftwerkes mit Spitzenlastkessel im Jahre 2013.

Das FdS hat eine Schwachstellen-Analyse im Umweltschutz durchgeführt, die Einhaltung der relevanten Umweltrechtsvorschriften überprüft, ein Umweltprogramm erstellt und die organisatorischen Grundlagen für eine kontinuierliche Umweltleistung gelegt. Die Juroren kommen zu dem Schluss: Das Forum der Senioren zeichnet sich damit durch ein besonderes Engagement im betrieblichen Umweltschutz aus!

Neben Viernheim wurden fünf weitere Betriebe prämiert: Bauhof der Gemeinde Heddesheim, BÄKO-Zentrale Süddeutschland eG, ERDA Gartenservice GmbH, Schulz Kälte- und Klimatechnik GmbH und SEDOTEC GmbH & Co. KG.

Die Bürgermeister Michael Kessler aus Heddesheim, Rainer Ziegler aus Ladenburg und Matthias Baaß aus Viernheim überreichten zusammen mit Gerhard Moll vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg das Zertifikat "Nachhaltiges Wirtschaften MRN".

Energie sparen und dabei die Umwelt schonen:

Das Wort "Nachhaltigkeit" ist in aller Munde und die Dringlichkeit der Verknüpfung von Ökonomie mit Ökologie bereits im Bewusstsein vieler Akteure verankert, dennoch scheint es oft nur als Modewort gebraucht zu werden. Im Projekt "Nachhaltiges Wirtschaften MRN" sind Unternehmen und Kommunen gemeinsam angetreten, dem Bewusstsein Taten folgen zu lassen und haben dafür das Zertifikat "Nachhaltiges Wirtschaften Metropolregion Rhein-Neckar (MRN)" bekommen. Ausgelieferte Abfalltrennverfahren, LED-Beleuchtung, Optimierung der Logistikgebäude, Installation einer Photovoltaikanlage, Bau eines BHKWS, Isolierung des Dachbodens und Eco-Fahrtraining sind Beispiele für die nachhaltige Wirtschaftsweise.

Ein Jahr lang haben sich diese Firmen und Einrichtungen aus Viernheim, Heddesheim und Ladenburg "fit für die Zukunft" gemacht: Sie steigerten ihre Energieeffizienzleistung und optimierten ihr Wasser- und Abfallmanagement. Damit sparen die Firmen bares Geld ein und leisten gleichzeitig einen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz.

Vor dieser Prämierung liegt ein ganzes Jahr, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von erfahrenen Fachkräften der Firma Arqum in allen relevanten Themen des betrieblichen Umweltmanagements geschult wurden. Nach dem Motto "Mehrwert mit Umweltmanagement" haben die Firmen in mehreren gemeinsamen Workshops Maßnahmen für einen effizienten Umgang mit Energie und Rohstoffen erarbeitet und bisherige Erfahrungen ausgetauscht. Parallel dazu wurden in Beratungen vor Ort individuelle Programme entwickelt, um die Kosten des Energie-, Wasser und Betriebsmittelverbrauchs sowie des Abfall- und Abwasseraufkommens zu senken.

Mit dem Ziel, Energie und Rohstoffe effizienter zu nutzen und damit bares Geld einzusparen, richtet sich das Projekt gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen. Als Vorbild dient das Heidelberger Erfolgsmodell "Nachhaltiges Wirtschaften", das seit 2001 über 100 Unternehmen im Umweltmanagement unterstützt.

"Die Teilnahme ist ein Erfolgsrezept für jedes Unternehmen: Zukunftssicherung durch frühzeitige Kostensenkung, Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und mehr Geld, das in andere Projekte investiert werden kann. Es gewinnen die Unternehmen und die Umwelt gleichermaßen", erklärt die Projektleiterin Nicola Lender vom Umweltkompetenzzentrum Rhein-Neckar e.V. (UKOM).

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein zentrales Thema im Viernheimer Forum der Senioren:

"Mit der Teilnahme am Projekt "Nachhaltiges Wirtschaften MRN" zielten wir primär darauf ab, externen Rat -einerseits zur Bewertung und Ordnung vorhandener Ideen, andererseits zur Gewinnung neuer Ansätze - zur Verbesserung der Energieeffizienz im Betrieb einzuholen. Als kommunaler Eigenbetrieb sehen wir uns als Vorbild für die lokale Wirtschaft und Gesellschaft, dem wir gerecht werden wollen. Natürlich geht es um Schärfung des ökologischen Profils des Betriebes, letztlich aber auch um die Realisierung von Kostensenkungspotenzialen, die monetär messbar sind", betonen Betriebsleiter Jürgen Hoock und Umweltverantwortliche Manuela Lopatta.

Und weiter: " Das Projekt hat Ordnung in unsere bereits bestehenden Überlegungen und die im Rahmen des Projekts neu entstandenen Ideen gebracht. Aus einer Vielzahl von Ideen wurden die aussichtsreichsten Handlungsansätze herausgefiltert, um diese den kommunalen Gremien zur Umsetzung vorzuschlagen. Bei uns sind einige Projekte entstanden, die in näherer Zukunft Energie und damit auch Kosten einsparen werden."

Bürgermeister Matthias Baaß freut sich über die Verleihung des Zertifikats an das Viernheimer Forum der Senioren mit rund 130 Pflegeplätzen: "Unsere Senioreneinrichtung ist stets bemüht, den Balanceakt -wirtschaftlich zu arbeiten und trotzdem eine gute Qualität zu bieten - zu meistern." Das Thema Umweltschutz nehme hierbei eine große Rolle ein.

Betriebsleiter Jürgen Hoock ist sich sicher, aus der Arbeit dieses Arbeitskreises einen hohen Nutzen ziehen zu können - sowohl in ökologischer als auch ökonomischer Hinsicht. Vieles habe man bislang schon angepackt, beispielsweise die Umstellung der rund 300 Lampen in den Fluren auf LED-Technik. "Auch andere "Energiefresser" wie Lüftungsanlagen, Fahrstühle etc. haben wir fest im Blick. Durch ein Blockheizkraftwerk können wir pro Jahr rund 60 Tonnen CO 2 einsparen! Es wäre zu begrüßen, wenn sich noch mehr Viernheimer Firmen dem Arbeitskreis "Nachhaltiges Wirtschaften" anschließen würden. Dem vergleichbaren Heidelberg Netzwerk sind 100 ansässige Unternehmen beigetreten. Das müsste doch auch in Viernheim möglich sein", hofft Hoock auf weitere Beteiligung.

Das Viernheimer Forum der Senioren fühlt sich dem Umweltschutz innerhalb der Einrichtung verpflichtet und hat eigens dafür eigene Umweltleitlinien aufgestellt. Um deren Realisierung bemühen sich alle, insbesondere die ehrenamtliche Umweltverantwortliche Manuela Lopatta. Sie ist für die Aufrecherhaltung und ständige Verbesserung des Umweltmanagementsystems verantwortlich.