Stadtverwaltung / Lokaler Nahverkehrsplan: Was soll der neue Nahverkehrsplan aus Sicht des Bürgers enthalten?

Fortschreibung des lokalen Nahverkehrsplans des Kreises Bergstraße für die Jahre 2019 bis 2023 geplant / Anregungen und Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern bis 18. April möglich

Anfang Januar diesen Jahres startete ein Bürgerbeteiligungsverfahren über eine speziell zu diesem Zweck eingerichtete Internetseite (nvp.bgs.igdb.de). Hierüber können interessierte Bürgerinnen und Bürger Anregungen zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots übermitteln. Die städtische Presse- und Informationsstelle macht in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam, dass dies noch bis 18. April möglich ist. Für Rückfragen steht Verkehrsplaner Carsten Miller vom Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung jederzeit gerne zur Verfügung (Kontakt: Tel. 06204 988-288, E-Mail: CMiller@viernheim.de). Verbesserungsvorschläge könnten sich beispielsweise auch auf mehr Barrierefreiheit – mehr Haltestellen, mehr Platz für Rollstühle in Bussen – beziehen.

Zur Information:

Der Kreistag des Kreises Bergstraße hat die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH in Mannheim mit der Fortschreibung des lokalen Nahverkehrsplans 2014 bis 2018 beauftragt. Als Gutachter wurde das Planungsbüro IG Dreieich Bahn beauftragt.

Nach § 14 des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen sollen lokale Nahverkehrspläne mindestens enthalten: eine Bestandsaufnahme, Analyse und Prognose des Gesamtverkehrs einschließlich der Verkehrsstruktur samt deren Bewertung, das Strecken- und Liniennetz, Vorgaben zur Verkehrsabwicklung, insbesondere zu Bedienungs- und Verbindungsstandards, sowie zur Beförderungs- und Erschließungsqualität. Ferner Aussagen über Schnittstellen zum regionalen Verkehr und anderen Verkehrsträgern, Aussagen zur barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrsangebots sowie ein Verkehrsentwicklungsprogramm, aus dem die angestrebten Maßnahmen zur Angebotsentwicklung und –verbesserung ersichtlich sind. Nicht zu vergessen Anforderungen an Fahrzeuge und die sonstige Verkehrsinfrastruktur sowie ein Finanzierungskonzept, das auch eine Kostenschätzung geplanter Projekte und Vorhaben enthält. Nicht zuletzt ein Investitionsprogramm mit Prioritätensetzung und ein Organisationskonzept.

Ergänzend zu den Inhalten des aktuellen Nahverkehrsplans soll die Fortschreibung neben diesen Themen die Untersuchung der kleinräumigen Anbindung von Siedlungen und Ortsteilen beinhalten. Dazu ist eine Analyse zur Qualität der Nahversorgung in den Siedlungen und Ortsteilen durchzuführen. Die Ergebnisse fließen dann in einen sogenannten Gemeindesteckbrief ein. In Abhängigkeit vom Ergebnis kann daraus ein ggf. zusätzlicher Mobilitätsbedarf abgeleitet werden.

Unabhängig von der Erhebung zur kleinräumigen Mobilität benötigt die Vorbereitung der Fortschreibung des Nahverkehrsplans die Mitarbeit der Kommunen im Kreisgebiet. Die Stadt Viernheim wird um Rückmeldung gebeten, ob und inwieweit sie Handlungsbedarf für Anpassungen des bestehenden ÖPNV-Angebots sieht.

Beispielsweise für mögliche Anmerkungen wären die Benennung von Schwachstellen im lokalen ÖPNV, wie z. B.: unzureichende Erschließung von Gebieten durch den ÖPNV, Wohngebiete mit ungünstigen Reisezeiten zu wichtigen Zielen und Wohngebiete mit zu geringer Fahrtenzahl in den Tagesgruppen der Schultage, Ferientage sowie an Samstagen und Sonn- und Feiertagen. Aber auch ungünstig gestaltete Umsteigepunkte, mangelnde Nutzbarkeit von Haltestellen und Umsteigepunkten für Mobilitätsbehinderte und unzureichende Qualität und Kapazität von Fahrzeugen.

Die Stadtverwaltung soll ihre Anregungen, Wünsche und Forderungen bis spätestens 30. April 2019 vorliegen. Die zweite Anhörung zum Entwurf wird voraussichtlich Ende Juli bis Ende August stattfinden.

Kontakt:
Stadt Viernheim / Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung
Verkehrsplaner Carsten Miller
Tel. 06204 988-288
E-Mail: CMiller@viernheim.de
Internet: nvp-bgs.igdb.de