Stadtverwaltung / Verkehrsplanung: Kreisel überzeugt gleich durch mehrere Vorteile

Knotenpunkt Friedrich-Ebert- / Wiesen- / August-Bebel-Straße soll in einen Kreisverkehrsplatz umgewandelt werden. Voraussichtliche Kosten: 40.000 bis 45.000 Euro. Umsetzung der Maßnahme noch in 2018 geplant

Jeder kennt die vielbefahrene, per Lichtsignal-Anlage gesteuerte Kreuzung Friedrich-Ebert- / Wiesen- / August-Bebel-Straße. Die Straßenquerung erfordert von Lkw- und Pkw-Fahrern, Radfahrern und Fußgängern höchste Aufmerksamkeit. Dies gilt insbesondere für Radfahrer, für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Diese unbefriedigende Verkehrsregelung durch Ampeln wird bald der Vergangenheit angehören. Noch in diesem Jahr - sofern es die Witterungsbedingungen ermöglichen - soll dieser Knotenpunkt in einen provisorischen Kreisverkehrsplatz (KVP) mit einem Durchmesser von 27 m umgewandelt werden. Die Kreismittelinsel ist mit einem Durchmesser von 9 m vorgesehen.

Die Kreisfahrbahn soll hierbei einstreifig ausgebildet werden. Zu- und Abfahrten sind ebenfalls einstreifig vorgesehen. Bei der Überprüfung der Befahrbarkeit großer Fahrzeuge (beispielsweise Stadtbuslinie) gab es keine Konflikte. Der bestehende Bypass in die Wiesenstraße Richtung Norden bleibt beibehalten, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 40.000 bis 45.000 Euro. Verkehrsplaner Carsten Miller vom Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung plant eine kurzfristige Umsetzung in der kommenden Woche. "Dies ist jedoch witterungsabhängig, da es bei Markierungsarbeiten nicht zu kalt und nicht zu nass sein darf. Die Entscheidung wird kurzfristig getroffen. Im Falle von schlechter Witterung wird der KVP erst im neuen Jahr umgesetzt", so Miller.

Die Führung des Radverkehrs erfolgt künftig auf der Fahrbahn durch den Kreisverkehr. Das heißt, dass andere, stärkere Verkehrsteilnehmer hierauf besonders aufpassen, besondere Rücksicht nehmen müssen.

Was ist konkret geplant?

Der geplante KVP soll mittels aufschraubbaren Recycling-Leitelementen und entsprechender Markierung innerhalb der bestehenden Fahrbahn umgesetzt werden. Tiefbaumaßnahmen sind hierfür nicht erforderlich. Die vorhandene Markierung muss zunächst demarkiert werden, bevor die neue Markierung aufgebracht werden kann.

Es gibt nur Vorteile beim Kreisverkehr

Die Vorteile des Kreisverkehrs überzeugen: geringere Folgekosten durch den Wegfall des Ampelbetriebs, gleichmäßigerer Verkehrsfluss und geringere Umweltbedingungen (weniger Lärm und Kraftstoffverbrauch). Des Weiteren weist ein Kreisverkehr grundsätzlich weniger Konfliktpunkte auf als eine herkömmliche Kreuzung. Die geringere Durchfahrtgeschwindigkeit gewährleistet mehr Sicherheit. Außerdem wird der Straßenraum durch den Kreisverkehr übersichtlicher, wodurch sich auch die Orientierung für die Verkehrsteilnehmer verbessert.

Die Führung der Radfahrer erfolgt künftig auf der Fahrbahn des KVP. Dadurch ergeben sich Verbesserungen in Bezug auf die Radwegeführung bzw. -beziehungen. Vor allem linksabbiegende Radfahrer werden zukünftig nicht mehr über den großflächigen Kreuzungsbereich geführt, sondern sicher durch den Kreisverkehr. Die ADFC-Ortsgruppe Viernheim begrüßt den Vorschlag zur Einrichtung eines Kreisverkehrs ausdrücklich.

  • Die bestehenden Fußgänger-Querungen sollen als Fußgängerüberwege ausgebildet werden.
  • Die bestehende Ampelanlage ist dann entbehrlich und wird abgeschaltet. Die jährlichen Wartungskosten entfallen dann.
  • Die Mitglieder der Verkehrs-AG waren bei der Planung mit einbezogen und haben grünes Licht gegeben.
  • Die geplante Variante 1 stellt eine Minimal-Lösung dar. In der Zukunft sind aufwändigere, beziehungsweise kostspieligere Varianten denkbar, die beispielsweise zusätzliche Fußgängerquerungen und Entsiegelungsmaßnahmen beinhalten können. Sollte sich das Provisorium bewähren, will die Verwaltung auch über einen Komplettumbau nachdenken.