"Tag des Friedhofs" am kommenden Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr auf dem Waldfriedhof

Vorträge, Meditation, Infostände, Führungen und musikalische Umrahmung +++ Stadtverwaltung / Hospizverein Viernheim: Der Tod gehört zum Leben

Der Tod gehört zum Leben wie das Leben zum Tod. Deshalb dürfen Themen wie Tod, Sterben oder Friedhöfe keine Tabuthemen sein. Es lohnt sich daher, über das diesjährige Motto "Der Friedhof: Leben - Lachen - Freude!"tiefgründig nachzudenken. Auf den ersten Blick erscheinen die Begriffe "Lachen" und "Freude" mit Friedhof und Tod unvereinbar zu sein. Doch bei aller Trauer angesichts des Verlusts eines geliebten Menschen kann man nach einer bestimmten Trauerphase doch so etwas verspüren wie Dankbarkeit und stille Freude.

Bereits zum vierten Mal veranstaltet der Viernheimer Hospizverein mit Unterstützung unterschiedlicher Akteure den "Tag des Friedhofs". In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Der Friedhof: Leben - Lachen - Freude!" Bürgermeister und Schirmherr Matthias Baaß würde sich freuen, möglichst viele interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger begrüßen zu können. Die Veranstaltung findet am kommenden Sonntag (9. September) von 11:00 bis 18:00 Uhr auf dem neuen Friedhof statt.

Auf dem Programm stehen Vorträge, Meditation, Informationsstände, Rundgänge, Führungen durch den neuen Friedhof und gleich mehrere Angebote speziell für Kinder. Musikalisch umrahmt wird der Tag des Friedhofs durch die Mannheimer Chansonsängerin JOANA und Gitarrist Adax Dörsam. Ihre Lieder und Poesie über Abschied und Wiederkehr, von Bleiben, Gehen und Ankommen werden der Veranstaltung eine besondere Note verleihen. Auch für das kulinarische Wohl ist gesorgt. Bei Kaffee und Kuchen kann man mit anderen Menschen leicht ins Gespräch kommen. Infoflyer liegen in allen öffentlichen Einrichtungen aus. Der Eintritt für alle Angebote an diesem Sonntag ist frei.

Im Rahmen eines Pressegespräches informierten Erster Stadtrat Jens Bolze zusammen mit Dorothee Gassenferth (Hospizverein Viernheim) sowie Rainer Kempf und Angela Burkert vom Stadtbetrieb Viernheim (Friedhofsverwaltung) über den bundesweit stattfindenden Veranstaltungstag. Als zuständiger Dezernent dankte er allen teilnehmenden Bestattern, Steinmetzen, Floristen, Fotografen und Mitarbeitern der städtischen Friedhofsverwaltung. "Ein herzliches Dankeschön insbesondere an Dorothee Gassenferth, die mit sehr viel Engagement und Tatkraft auch den diesjährigen "Tag des Friedhofs" mit allen Beteiligten vorbildlich organisiert hat."

Vom griechischen Staatsmann Perikles stammt das Zitat: "Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht. So gesehen ist ein Friedhof ein Abbild der Gesellschaft: Er zeigt, wie man zu unterschiedlichen Zeiten mit dem Tod umgeht. "Bemerkenswert ist der Wandel der Bestattungskultur. Auf dem neuen Friedhof gibt es immer mehr Urnenwände und unterschiedliche Grabvarianten. Diese waren auf dem alten Friedhof weder vorstellbar noch notwendig. Geändert haben sich zwischenzeitlich auch die Zeremonien von Trauerfeiern, auch die gewünschte Musik", so die Information von Rainer Kempf, dem Leiter des Stadtbetriebs.

Nach den Ausführungen von Organisatorin Dorothee Gassenferth sieht der Viernheimer Hospizverein den "Tag des Friedhofs" vor allem als Möglichkeit, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und den respektvollen Umgang mit Sterben und Tod als Bestandteil des Lebens im Bewusstsein fest zu verankern. "Für Fragen nach Patientenverfügungen stehen die Hospizbegleiter ebenso zur Verfügung wie zu Fragen nach der Organisation der Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Eine besondere Herausforderung ist es, der Jugend dieses Thema mitten im Leben näher zu bringen und Kinder nicht auszugrenzen, nur weil man meint, sie seien noch zu klein für Trauer und Verlust. Mit Kindern und Jugendlichen über das Leben und Sterben nachzudenken, kann ein großes Geschenk sein und manchem die Augen öffnen für die Sensibilität und Reife unserer Kinder. Schweigen, Verheimlichen, Beschönigen ist nicht der richtige Umgang mit Verlustängsten und Trauer. Im Kinderzelt können sich Kinder an diesem Tag altersgerecht mit dem unausweichlichen Schicksal kreativ auseinandersetzen und Filme anschauen, die zu Gesprächen mit Eltern und Großeltern anregen sollen."

Ein weiteres Ziel dieses Tages mit dem Motto "Der Friedhof: Leben - Lachen - Freude" ist, dass alle Generationen mit ihren Kindern und Enkelkindern den Friedhof als schöne Erinnerungs- und Begräbnisstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen.

Abwechslungsreiches Programm: Lieder und Poesie, Führungen und Vorträge, Angebote speziell für Kinder

Eröffnet wird die Veranstaltung durch Bürgermeister Matthias Baaß. Um 11.00 Uhr findet ein besonderes Konzert statt. Die Mannheimer Sängerin JOANA präsentiert zusammen mit Adax Dörsam an der Gitarre Lieder und Poesie von Abschied und Wiederkehr, von Bleiben, Gehen und Ankommen. Feinsinnig formuliert, verarbeitet, vorgetragen und gesungen mit Melancholie und Heiterkeit. Unterstützt wird das Konzert "JOANA- Kultur an außergewöhnliche Orten" von Chaiselongue- Kunst und Soziales, von der Bürgerstiftung sowie von Christine und Barbara. Um 13:00 und 16:00 Uhr steht eine Führung ("Hinter den Kulissen") mit Betriebsleiter Rainer Kempf und Angela Burkert auf dem Programm. Gezeigt werden unter anderem die Aufbahrungs- und Kühlräume sowie die Gerätschaften im Betriebshof. Interessant auch zwei Fachvorträge um 14:00 und 17:00 Uhr in der Trauerhalle. Die Themen lauten "Friedhöfe auf neuem Wege" und "Der multikulturelle Friedhof". Referent ist Andreas Morgenroth vom Verband der Gedenkkultur. Auch Ursula Oeßelmann konnte man für die Veranstaltung gewinnen (Poesie, Live-Musik und Gesang zu außerkirchlichen Trauerfeiern um 15:00 Uhr). Pfarrer Klaus Traxler bleibt es vorbehalten, besinnliche Worte zum Tagesabschluss zu sprechen (17:30 Uhr).

Ausstellungen - Workshops - Begleitprogramm

Auch das Begleitprogramm hat einiges zu bieten. Im Vorraum der Trauerhalle informieren Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung über verschiedene Friedhofsbestimmungen (Gebührenordnung und ähnliches). Die Steinmetzinnung beleuchtet die Themen Grabmalkunst heute, Grabsymbolik und Materialienvielfalt, künstlerische Bildhauerei und Erinnerungszeichen. Die Floristen bereiten eine Ausstellung (Trauerfloristik, Kränze und Gestecke, Sarg und Urnenschmuck) vor.

Auch für Kinder ist der Tag des Friedhofs keine traurige Angelegenheit: Viertklässler der Fröbelschule präsentieren eine Ausstellung von selbstgemalten Bildern und eigenen Texten, in der Engelwerkstatt kann man modellieren und gestalten und im Kinderzelt gibt es Filme über Tod und Bestattung zu sehen. Wer will, der kann seine Gedanken und Wünsche auf bunte Bänder schreiben und sie dann auf das persönliche oder anonyme Grabfeld stecken. Alle Viernheimer Bestattungsinstitute sind selbstverständlich im Vorraum der Trauerhalle bzw. im großen Ausstellungszelt mit dabei, stehen für Fragen und Auskünfte gerne zur Verfügung.

Der Viernheimer Hospizverein lädt zum Besuch seines Infostandes (Trauerarbeit, Sternenkinder) ein. Diverse Druckmaterialien rund um den Trauerfall (Karten, Danksagungen, Trauerbildchen etc.) sind ebenso zu entdecken wie themenbezogene Literatur am Büchertisch. Alle Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.