Umgestaltung der Viernheimer Innenstadt/Erster Spatenstich am Montag

"Wir können die Viernheimer Innenstadt nicht vergammeln lassen!" Bürgermeister, 1. Stadtrat und Viernheimer City-Gemeinschaft ziehen an einem Strang

Gleich mehrere Spaten bohrten sich bei strahlendem Sonneschein symbolträchtig in das Erdreich. Am Montagnachmittag griffen Bürgermeister Matthias Baaß, 1. Stadtrat Martin Ringhof, Carsten Grimminger, Stephan Hoock und Rudi Bugert (beide City-Gemeinschaft) und das noch namenlose Maskottchen zum Spaten und gaben damit den offiziellen Startschuss für das Großprojekt.

Seit Dienstag haben die Bagger mit der Umgestaltung der Viernheimer Innenstadt begonnen. Fünf Jahre sollen die Umbaumaßnahmen dauern. Für den ersten Bauabschnitt sind 700.000 € vorgesehen. Mitte Oktober soll dieser fertig gestellt sein.

Beim 1. Spatenstich warb Baudezernent Martin Ringhof in seiner Begrüßungsansprache die Anwohner um Verständnis für die mit dem Umbau einhergehenden Beeinträchtigungen. Die Verkehrsflüsse würden nicht so laufen wie bisher. Aber man versuche, die Störungen auf das Notwendigste zu beschränken.

Ringhof ließ keinen Zweifel an der Notwendigkeit dieses Großprojektes aufkommen.

Der Umbau der Innenstadt sei dringend erforderlich. In den vergangenen zehn Jahren habe man versucht, Ordnung zu halten durch kleinteilige Reparaturen. Das Ergebnis, das inzwischen zu beobachten sei, könne man am besten mit "Patchwork" beschreiben. Dabei verwies Ringhof auf an vielen Stellen aufgebrochenen Beton, geplatzte holländische Klinkersteine, viele Ausbesserungen und Reparaturflächen.

Zudem sei das in den 80-er Jahren verwendete Material nicht mehr zu bekommen. Durch den Umbau eröffne sich nun die Chance, eine grundlegend neue und dauerhafte Lösung zu schaffen.  

Bürgermeister Matthias Baaß betonte ebenfalls die Notwendigkeit des Umbaus.
"Vergammeln lassen ist der falsche Weg", so Baaß. Dabei gebrauchte er einen Vergleich aus dem normalen Leben: "Ich kaufe am liebsten dann ein, wenn das, was ich will, nur die Hälfte kostet und Tage später nur noch zum Normalpreis zu bekommen ist. Schließlich läuft nicht jeden Tag einer aus Wiesbaden durch die Viernheimer Innenstadt und verteilt Geld. Dieses Geld, was wir aus Wiesbaden bekommen, ist hart erkämpft. Viele Gespräche und Verhandlungen mussten dafür geführt werden." Und weiter: "Wir können die Innenstadt nicht vergammeln lassen. Nicht nur ich ärgere mich täglich über den Zustand einiger Häuser in der Innenstadt. Da muss auch ich mir selbst die Frage stellen: 'Was mache ich als Stadt Viernheim?' Jetzt, nach jahrelanger Vorbereitung, kann die Stadt endlich etwas tun."

Für Stephan Hoock von der Viernheimer City-Gemeinschaft, die auch voll hinter dieser Maßnahme steht, ist der Umbau mit dem Begriff Hoffnung verbunden. Alles möge reibungslos verlaufen, das vorgesehen Geld ausreichen und für manche in der Innenstadt auch Anstoß sein, selbst initiativ zu werden, notwenige Investitionen voranzutreiben.


Zur Information:

Am 18. März 2003 hat der Magistrat den Auftrag vergeben, den Straßenbereich von der Wasserstraße bis zur Drehscheibe schrittweise -unter jederzeit möglicher Zugänglichkeit aller Geschäfte- grundlegend zu erneuern.
Grund dafür sind erhebliche Belagsschäden und die beim Bau dieses Bereiches gewählte starre Bauweise im Untergrund, die seit Jahren notwendige Reparaturen erheblich erschwert und verteuert haben.
Zudem sind die Stadtbuslinien komplett in die Wasserstraße verlagert worden, so dass der Umbau der verlagerten Bushaltestellen in behindertengerechter Form nötig ist.

Begonnen haben die Überlegungen dazu schon viel früher, bereits in den Jahren 2006/2007. Es war völlig klar, dass die Stadt Viernheim die Kosten nicht allein "schultern" kann. Wenn irgend möglich, sollten Gelder von Land und Bund zur "Städtebauförderung" in Anspruch genommen werden. Im August 2008 eröffnete sich dazu nach erheblicher Vorarbeit die Tür: Die Stadt Viernheim wurde in das Förderprogramm des Landes aufgenommen, mit Viernheim weitere 17 Städte in Hessen, seitdem niemand mehr. Bürgermeister Baaß hat das schon damals als Würdigung der vielfältigen Innenstadt-Aktivitäten in Viernheim verstanden, beginnend mit der Kunstaktion "Ladenhüter" im Jahre 2005.


Nun war klar, dass Viernheim Förderung erhält, aber nicht wie viel und für was. Als nächstes musste ein vom Land Hessen gefordertes "Integriertes Handlungskonzept" erstellt und eine "Lokale Partnerschaft" gegründet werden. Erst als dieses Konzept stand und genehmigt war, konnte es mit dem nächsten Schritt weitergehen. "Wie oft schon hatten mir Bürger gesagt, dass die öffentlichen Flächen doch dringend eine Auffrischung bräuchten, da müsse die Stadt jetzt etwas tun. Deshalb wurde in einem geordneten Verfahren geklärt, was nötig ist, um sinnvoll zu investieren und wie die Gestaltung aussehen kann", so Baaß.

Das Ergebnis wurde vorgestellt, diskutiert und für gut befunden.

Durch die Förderkulisse "Aktive Kernbereiche" ergibt sich die Möglichkeit, diesen Abschnitt und die gesamte Fußgängerzone in einem einheitlichen Erscheinungsbild zu gestalten.

Nähere Informationen/Ansprechpartnerin:
www.baustelle-viernheim.de
Corinna Schierz, Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung, Telefon: 988-371