Umgestaltung der Viernheimer Innenstadt/Straßenabschnitt Wasserstraße: Tempo 20

im Teilabschnitt der Wasserstraße "Verkehrsberuhigter Geschäftbereich" bringt viele Interessen unter einen Hut

Tempo 20! Wie das? Der Straßenabschnitt Wasserstraße von Repsgasse bis Luisenstraße war der erste Bereich, der im Rahmen der Umgestaltung der Viernheimer Innenstadt in Angriff genommen wurde.


Optisch- durch seinen hellen Pflasterbelag- signalisiert er dem Verkehrsteilnehmer einen besonderen, zentralen Straßenabschnitt mit hohem Fußgängeranteil am Zugang zur Kfz-freien Innenstadt.

Diese circa 100 Meter lange Strecke hat den Status eines "Verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches". Und daraus wiederum resultieren spezielle Besonderheiten und Vorschriften. Unter anderen gilt dort als zulässige Höchstgeschwindigkeit Tempo 20! Hierauf macht die städtische Presse- und Informationsstelle in einer Pressemitteilung aufmerksam und erläutert gleichzeitig die Variante "Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich" im Einzelnen.

In Verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen sind Fußgänger und Fahrzeugführer baulich und verkehrsrechtlich getrennt. Radfahrer und Kraftfahrzeuge werden auf der Fahrbahn und Fußgänger auf dem Gehweg geführt. Deutlich erkennbar ist die Trennung durch einen Höhenversatz zwischen Fahrbahn und Gehweg.
Sie eignen sich für städtische Zentren mit hohem Fußgängeraufkommen, überwiegender Aufenthalts- bzw. Einkaufsfunktion und sichern dabei die Erreichbarkeit von Geschäften und Restaurants mit dem Kfz. Verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche stellen ein geeignetes Mittel zur langfristigen Verbesserung der Verkehrssituation und Verkehrsberuhigung in sensiblen Straßenabschnitten wie in der Wasserstraße/Eingangsbereich Innenstadt - Rathausstraße dar.

Nach der Straßenverkehrsordnung können in Verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen auch Geschwindigkeitsbeschränkungen von weniger als
30 km/h angeordnet werden. Viernheim hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ausgewiesen. Einfacher Grund: die Sicherheit von Fußgängern und querenden Radfahrern zu erhöhen.

Die Variante "Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich" ermöglicht auf der einen Seite die rechtliche Trennung von Fußgängern und Fahrzeugführern, auf der anderen Seite stellt sie die Erreichbarkeit von Geschäften und Restaurants mit dem KFZ sicher. Weitere Vorteile liegen auf der Hand: guter Kompromiss durch Berücksichtigung vieler Interessen, Aufrechterhaltung und Stärkung des Geschäfts- und Handelslebens, möglicher Radverkehr in beide Richtungen und Klarheit in rechtlichen Fragen. Der Verkehrsberuhigte Geschäftsbereich wird durch das Verkehrszeichen "Achtung Fußgänger" kenntlich gemacht.

Im Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich haben die Fahrzeugführer auf der Wasserstraße weiterhin Vorfahrt. Autofahrer und Radfahrer, die aus der Hofmannstraße kommen, müssen warten und Vorfahrt gewähren. Einen Fußgänger-Überweg in diesem Bereich sehen Ordnungsamt und Stadtplaner angesichts des Tempo-20-Limits als entbehrlich an. Der frühere Zebrastreifen, über den viele Radfahrer ohne Vorfahrtsberechtigung gefahren sind und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben, stand mit den gesetzlichen Vorgaben nicht in Einklang. Dies wurde immer wieder von der übergeordneten Straßenverkehrsbehörde beim Landrat des Kreises Bergstraße sowie von der Landespolizei bemängelt. Deshalb wurde dieser im Zuge der Erneuerung des Straßenbereiches nicht mehr eingerichtet.