Weschnitzdämme: Tiefe Spurrillen in der Dammböschung gefährden Dammstabilität

Regierungspräsidium Darmstadt bittet um mehr Rücksichtnahme

Wasserbauarbeiter des Betriebshofs Weinheim haben vermehrt tiefe Spurrillen auf der landseitigen Berme (Dammverteidigungsweg)  sowie der Dammböschung der Weschnitzdämme entdeckt. In einem Brief an die Stadt Viernheim bittet das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) dabei mitzuhelfen, weitere Schäden in Zukunft zu verhindern. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Wir bitten Sie, die Anlieger darauf hinzuweisen, dass die Dammböschung und der Übergang zwischen Berme und Dammböschung nicht mit Fahrzeugen befahren werden darf, sondern ausschließlich die dafür ausgeschriebenen Wege zu benutzen sind. Sollten diese Hinweise nicht genügen, müssten wir bei der zuständigen Behörde eine dahingehende Anordnung erwirken.“

Das Regierungspräsidium als Träger der Unterhaltungslast an Gewässern erster Ordnung, zu denen auch Dämme gehören, ist für die Unterhaltung des Weschnitzdammes zuständig und gleichzeitig gesetzlich dazu verpflichtet, das eigentliche Ziel – Schutz gegen Wasser bzw. Hochwasser – durch stabile Dämme zu gewährleisten. Die Behörde macht darauf aufmerksam, dass durch die aufgetretenen Schäden die Unterhaltung der Dämme stark erschwert wird.

Die Grasnarbe ist bereits an der unteren Dammböschung nicht mehr vorhanden. Das hat zur Folge, dass der Oberboden an der Böschung nachrutscht. Dadurch entstehen Verwerfungen am Dammkörper. Die Wasserbauarbeiter haben daher bei höherem Grasbewuchs Schwierigkeiten, die Mähgeräte vorausschauend zu steuern. „Darüber hinaus hat der landwirtschaftliche Verkehr mit immer schwereren Geräten auf dem Dammverteidigungsweg (Berme) stark zugenommen. Aufgrund der Fahrzeuggröße weichen die Fahrer zum Teil auf die Dammböschung aus und hinterlassen tiefe Spurrillen. Diese Praxis trägt ebenfalls dazu bei, dass der Oberboden auf der landseitigen Böschung immer weiter nachgibt. Zusätzlich wird die Grasnarbe in den betroffenen Bereichen zerstört, was zur Erosion des Dammkörpers führt. Eine intakte Grasnarbe ist aber unabdingbare Voraussetzung für die Standsicherheit des Dammes. Ferner trägt die Grasnarbe bei einem durchfeuchteten Dammkörper zu dessen Stabilität bei“, betont das RP.

Jedem muss klar sein, dass die Beschädigung der Grasnarbe einem Hochwasser zusätzliche Angriffsfläche bietet und so für die Dammstabilität eine erhöhte Gefährdung bedeutet. Bei einem anhaltenden Hochwasser sind die derart geschädigten Dammstellen, also jene ohne intakte Grasnarbe, die gefährlichsten Stellen, weil hier ein Durchweichen am schnellsten voranschreitet. Im äußersten Fall droht hier ein Bruch des Dammes.

Die ersten Leidtragenden wären in solch einem Extremfall die Anlieger, die den Damm unbewusst beeinträchtigt haben. Insbesondere die Anlieger und Nutzer  der Feldwege entlang des „Alten Weschnitzdammes“,beginnend an der L 3110 von Hemsbach bis nach Weinheim, werden um besondere Rücksichtnahme gebeten, heißt es in einer Pressemitteilung der städtischen Presse- und Informationsstelle.

Zur Information:

Unter Berme versteht man ein Dammverteidigungsweg, ein horizontales Stück oder ein Absatz in der Böschung eines Dammes. Sie unterteilt die Böschung in zwei oder mehrere Abschnitte. Eine Berme soll den Erddruck auf den Fuß der Böschung vermindern.