Wohnungen gesucht! Bürgermeister schlägt für die Zeit bis 2025 zwei Baugebiete vor

Wohnungen sind gesucht in Viernheim:

Ein Kleinunternehmer sucht für seine junge dreiköpfige Familie eine Wohnung in Eigentum. Eine alteingesessene Familie sucht etwas für ihren Sohn und seine Familie. Ein Wohnungsbauunternehmen möchte dem vielfachen Interesse an betreutem Wohnen gerecht werden. Die junge Alleinerziehende sucht etwas Bezahlbares auch für ihre zwei Kinder. Ein Zugewanderter, fest angestellt in einem Viernheimer Betrieb, sucht etwas für sich und die demnächst nachkommende Familie. Bürgermeister Matthias Baaß: "Meine Liste der Beispiele von Menschen, die mich in den letzten 12 Monaten auf ihren Wunsch nach Wohnraum angesprochen haben, ist noch viel länger - jede Person, jede Familie erzählt ihre eigene Geschichte. Wegziehen, dahin gehen, wo Wohnraum leer steht, ist meist keine Möglichkeit, zu sehr ist die familiäre Verbundenheit mit Viernheim von Bedeutung. Oder es gibt da, wo Wohnungen leer stehen, keine Arbeit."


Um diesem Bedarf gerecht zu werden, schlägt jetzt Baaß - gemeinsam mit 1.Stadtrat Bolze- bis zum Jahr 2025 die Entwicklung von zwei neuen Baugebieten vor: Eines im Osten und eines im Nordwesten des Stadtgebietes.

Matthias Baaß: "Genau wie ehemals vielen Bürgern geholfen wurde, die heute in der Weststadt, in der Oststadt, in der Nordweststadt oder am Bannholzgraben ihr Zuhause gefunden haben, sollte auch heute wieder jenen Bürgern eine neue Chance auf Wohnraum gegeben werden."


Auch das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt hat für eine Erweiterung des Stadtgebietes Bannholzgraben seine Zustimmung in Aussicht gestellt. Baaß: "Ergebnis meiner Kommunikation ist, dass Zustimmung zu dieser Baulandentwicklung signalisiert wird, weil sich die Maßnahme unterm Strich als wirtschaftlich darstellt." Konkret ist damit das Ja des RP zu einer zwei- bis dreijährigen Zwischenfinanzierung verbunden.

Im Osten Viernheims wird die Stadt zunächst selbst Eigentümer. Mit Verkauf der Grundstücke aus dem eigenen Eigentum kann die Stadt dann die Entwicklung optimal selbst steuern und gezielt aktuellen Anforderungen gerecht werden, sodass bereits in 2019 mit einem Baubeginn gerechnet werden kann.

In einem gleichzeitigen Doppelbeschluss schlägt die Verwaltung vor, auch für eine Entwicklung im Bereich zwischen der Nordweststadt und der Autobahn eine positive Entscheidung zu fällen, Geld für erste Untersuchungen in 2017 zu genehmigen und in 2017 in Gespräche mit den in diesem Falle über 100 Grundstückseigentümern einzutreten. Hier wird aufgrund der Erfahrungen mit einer deutlich längeren Verfahrensdauer bis zum ersten Bau eines Hauses gerechnet, im Gebiet Schmittsberg II dauerte es sieben Jahre.

Der Bürgermeister weiter: "Aufbauend auf viele in den letzten Monaten geführten Gespräche und eine Wohnbedarfsprognose machen wir diesen Vorschlag. Im Hinblick auf die Ökologie werden die bundesweit gültigen gesetzlichen Regelungen gelten, die mittlerweile sehr hoch sind, der ökologische Ausgleich ist also sichergestellt."


Viele weiteren Fragen werden nach einem Grundsatzbeschluss zu klären sein, u.a. auch welche Arten von Häusern gebaut werden sollen. Baaß: "Mein Ziel ist eine bewährte Mischung von Wohnungen jeder Art: Einfamilienhaus, geförderter Wohnraum, betreutes Wohnen, usw." Jungen Familien will der Bürgermeister die Möglichkeit geben, in Viernheim bleiben zu können.

Baaß: "Wenn wir heute Grundstücke hätten, wäre es überhaupt kein Problem, diese "an Frau und Mann zu bringen". Viernheim hat eine hohe Attraktivität mitten im Zuzugsgebiet der Metropolregion Rhein-Neckar."

Mit dem Vorschlag der Verwaltung werden sich in den kommenden Wochen die Ausschüsse der Stadtverordneten-Versammlung beschäftigen. Eine Beschlussfassung im Gemeinderat ist entweder im November oder Dezember 2016 möglich.