Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamt: Geänderte Ausführung der Dachsanierung Rudolf-Harbig-Halle

Planungen zur Umsetzung sollen umgehend erfolgen

Gute Nachrichten in Sachen Dachsanierung Rudolf-Harbig-Halle hatte Bürgermeister Matthias Baaß zu verkünden: "Es wird eine geänderte Vorgehensweise bei der Ausführung geben, die gleichzeitig die Sanierung beschleunigen und zu einer Kostenersparnis führen wird."

Bei einem Pressetermin am vergangenen Dienstag (27. Juli) stellte der Rathauschef gemeinsam mit dem Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamt sowie dem Architekten Dieter Bugert, der mit der Planung und Betreuung der baulichen Umsetzung beauftragt ist, die alternativen Sanierungspläne zu der seit Oktober 2019 geschlossenen Sportstätte im Detail vor.

So ist nicht mehr der Abbruch des vorhandenen Hallendaches und das Ersetzen durch ein neues Dach geplant, sondern die Gasbetonplatten durch den Einbau einer neuen Deckenkonstruktion von unten zu sichern und gleichzeitig notwendige statische Verbesserungen durchzuführen. "Der Vorteil ist, dass die Maßnahmen witterungsunabhängig in der Halle vorgenommen werden können", erklärt Bugert. Der Bau sieht eine zusätzliche tragende Unterkonstruktion unterhalb der beschädigten Gasbetonplatten vor, die aus Holzbalken besteht. Diese Flächen werden mit Holzelementen mit einer Größe von 1,25 auf fünf Meter belegt. Der Abstand zwischen den Holztafeln und der Gasbetonplatte beträgt ein bis zwei Zentimeter.

"Das vorhandene Dach mit seinen Aufbauten bleibt bestehen, es entstehen somit keine Dacharbeiten", so Bugert. Durch die neue Ausführungsvariante könnte auf Grundlage der vorliegenden Kostenschätzungen mit einer Kostenersparnis von mindestens 350.000 Euro brutto gegenüber der Kompletterneuerung des Daches gerechnet werden, weiß Reiner Schneider, Leiter des Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamts. Weiterhin wird eine Überarbeitung des Brandschutzkonzepts erforderlich sein. 

"Die neue Herangehensweise weicht erheblich von dem bisherigen Vorschlag ab", so Baaß, daher war es erforderlich, den Prüfstatiker einzubinden sowie Fragen zur Bauphysik, insbesondere zu einem möglichen Tauwasseranfall, zu klären. Erst danach konnte dem Magistrat die geänderte Sanierungsform vorgeschlagen werden. Um keine unnötige Zeit zu verlieren, wurde eine Sondersitzung am vergangenen Freitag (23. Juli) einberufen, in der der Magistrat dem Vorschlag der Verwaltung zustimmte.

Allen Beteiligten ist an einem zügigen Vorankommen gelegen, doch leider ist es derzeit noch nicht möglich, einen konkreten Zeitplan vorzulegen, da im weiteren Prozess die näheren Voraussetzungen, insbesondere der Baugenehmigung sowie der Prüfstatik und des Brandschutzes, zu klären sind. Hinzu kommt noch die Materialbeschaffung. "Wenn die Firmen das Material schnell liefern können, könnten wir im Frühjahr 2022 fertig sein" erklärt Dieter Bugert, denn die reine Arbeitszeit würde zwei Monate betragen.

Auch Peter Hoffmann, Vorsitzender des TSV Amicitia Viernheim hofft auf eine schnelle Umsetzung. "Fünf Abteilungen des Vereins mit über Hunderten von Sportlern sind auf die Nutzung der Halle angewiesen. Nicht zu vergessen die Schulklassen, die vormittags ihren Schulsport durchführen und zusätzlich auf andere Hallen ausweichen müssen."

Zurzeit werden die Angebote zur Demontage der technischen Gebäudeeinrichtung wie Heizung, Lüftung und Beleuchtung eingeholt. "Die Aufträge zur Ausführung dieser Arbeiten sollen nach Prüfung der Angebote unmittelbar zur Ausführung kommen", so Schneider.

Des Weiteren sei man hinsichtlich der Erneuerung des Wärmedämmverbundsystems dabei zu untersuchen, ob eine Kompletterneuerung vermieden werden kann. Angedacht sei, die losen Flächen zu verdübeln und zu verkleben. Die Ergebnisse der Untersuchung, insbesondere die dann anfallenden Kosten, liegen noch nicht vor. Auch bezüglich einer möglichen Erweiterung des Foyers der Rudolf-Harbig-Halle sei man derzeit im Gespräch, berichtet Bürgermeister Baaß. "Hier ist nun ein weiteres Architekturbüro mit den Planungen beauftragt. Erste Abstimmungsgespräche von Seiten der Verwaltung mit dem Verein und den Planern haben bereits stattgefunden."

Zur Vorgeschichte

Beim Helmut-Osada-Cup im August 2019 fielen kleinere Teile der Gasbetondecke in den Hallenraum, weshalb die Sportstätte aus Sicherheitsgründen umgehend geschlossen werden musste. Daraufhin wurde ein ortsansässiges Ingenieurbüro beauftragt, eine Schadensanalyse durchzuführen. Das Gutachten lag im Frühjahr 2020 vor. Anschließend wurde über mehrere Monate hinweg umfangreich in den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung über die verschiedenen Möglichkeiten wie eine Dachsanierung, einen Abriss und Neubau der Halle am gleichen Ort oder den Bau einer Großsporthalle an anderer Stelle diskutiert. Erst am 4. September 2020 fiel dann die Entscheidung von Seiten der Politik, das Dach der Rudolf-Harbig-Halle auf der Grundlage der Ausarbeitung des damalig beauftragten Ingenieurbüros zu Kosten von voraussichtlich 1.480.000 Euro brutto erneuern zu lassen.

Nach erfolgtem Interessenbekundungsverfahren wurden die Planungsleistungen an ein Viernheimer Ingenieurbüro vergeben. Doch aus persönlichen Gründen gab das beauftragte Ingenieurbüro den Auftrag im Februar 2021 zurück. Es folgte ein erneutes Interessenbekundungsverfahren und anschließend die Vergabe zur Planung und Betreuung der baulichen Umsetzung der Sanierung der Rudolf-Harbig-Halle an das Ingenieurbüro iDB aus Viernheim.