Das Frauen- und Gleichstellungsbüro der Stadt Viernheim stand am Samstagvormittag, den 16.März 2019 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB – Ortsverband Viernheim) und der Gewerkschaft der Polizei Hessen (Bezirksgruppe Südhessen), auf dem Wochenmarkt in der Innenstadt Viernheims mit einem Infostand um alle interessierten Menschen über Hintergrund, Sinn und Perspektive des Equal Pay Days (Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit) zu informieren. 250 der roten Taschen, die als Symbol des Equal Pay Days gelten, wurden unter die BürgerInnen verteilt. Zusätzlich gab es reichlich Infomaterial und nette „Beilagen“ (solange der Vorrat reichte).

Der Equal Pay Day 2019 stand unter dem Motto „WERTSACHE Arbeit“.

21 Prozent beträgt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Das sind genau 21 Prozent zu viel. Nach wie vor belegt Deutschland mit diesem Ergebnis einen der Spitzenpositionen im europäischen Vergleich. Die Lohnlücke hat sich in den letzten Jahren kaum geändert. Die Zahlen wirken wie in Stein gemeißelt. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Angenommen Männer und Frauen bekommen den gleichen Stundenlohn: Dann steht der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Sind Frauen selbst schuld?

Oft müssen Frauen sich anhören, sie sollen doch andere Berufe wählen. Die Mädchen sind super in der Schule, aber dann studieren sie nicht Informatik oder Maschinenbau, sondern werden Erzieherin, Altenpflegerin oder Krankenschwester. Fest steht: Betreuung und Pflege sind zukunftsorientierte Berufe und trotzdem vergleichsweise schlecht bezahlt. Sorgen wir also endlich dafür, dass auch die Beschäftigten selbst in diesen Berufen eine Zukunft sehen können! Gleichzeitig fehlen in anderen Branchen weibliche Fachkräfte. Obwohl MINT-Fächer im Zeitalter der Digitalisierung ebenso Zukunftsberufe sind, werden sie überwiegend von Männern gewählt.

Hauptanliegen sind:

  • die Wertschätzung, die sich auch in Bezahlung wiederspiegelt, gegenüber den sozialen Dienstleistungen zu erhöhen
  • die Berufswahl von Rollenbildern oder Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere zu befreien
  • Die Aufwertung von frauentypischen Berufen und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in allen Branchen und Berufen sind Voraussetzung, nicht nur um die Lohnlücke zu schließen, sondern auch für die Sicherung von Fachkräften und eine zukunftsfähige Wirtschaft unseres Landes.

Der nächste EQUAL PAY DAY kommt bestimmt!

Der Equal Pay Day 2020 ist am 17. März. Das ergibt 77 Tage, die Frauen vom 1. Januar bis zum 17. März 2020 umsonst arbeiten.

 

www.equalpayday.de

Geschichte:

Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women (BPW) schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff BPW Germany auf und startete 2008 die Initiative Rote Tasche, die den Grundstein für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day legte. BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen. BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.

2009 formierte sich auf Initiative des BPW Germany ein nationales Aktionsbündnis bestehend aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Frauenrat (DF) und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU). Das Bündnis konnte bereits im ersten Jahr bundesweit rund 60.000 Bürgerinnen und Bürger mobilisieren und verzeichnete rund 180 Aktionen. Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der AktivistInnen: Beim EPD 2015 wurden rund 1.000 Aktionen in Deutschland gemeldet und bekamen eine Menge medialer und politischer Aufmerksamkeit.

Für die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland erhielten die Initiatorinnen 2009 den Innovationspreis Ausgewählter Ort im Land der Ideen. Dr. Bettina Schleicher, Past-Präsidentin des BPW Germany, erhielt im gleichen Jahr für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.

Weitere Informationen unter: www.equalpayday.de