Ludwig Wilhelm Wilbrand (1842 - 1922)

Ludwig Wilhelm Wilbrand wurde am 09.11.1842 als Sohn des Geheimen Medizinalrats Prof. Dr. med. Julius Franz Joseph Wilbrand (1811-1894) und seiner Frau Albertine Luise in Gießen geboren.

In seinem Geburtsort studierte Wilbrand von 1860 bis 1866 Forstwissenschaft.

Es folgten vier Jahre praktische Tätigkeit als Forstakzessist, bevor er im Mai 1870 zum Oberförster ernannt und nach Viernheim versetzt wurde.

Hier bewohnte er mit seiner Frau Luise und seinen drei Kindern die Oberförsterei in der Weinheimer Str. 9, heute Sitz der Abteilung Stadtgeschichte der Stadt Viernheim. Als Wilbrand 1880 als Oberforstrat in das Ministerium der Finanzen, Abteilung Forst- und Kameralverwaltung berufen wurde, zog die Familie nach Darmstadt. Es folgte eine steile Karriere als Geheimer Oberforstrat (1888), Ministerialrat (1897) und Geheimer Staatsrat (1917). 

Als Vorsitzender der Forstverwaltung erließ Wilbrand umfassende Wirtschaftsgrundsätze für die Staatsforstverwaltung im Großherzogtum Hessen. Er stellte den Waldbau auf eine ökologische Grundlage und schuf eine moderne Forstorganisation. Er verfasste mehrere Fachartikel und Bücher. Zentrales Thema neben der Forstwirtschaft war die damals aufkommende Forstästhetik mit ihren landschaftspflegerischen Gedanken. Besonders lagen ihm lokale Naturdenkmale am Herzen, für deren Pflege und Erhalt er sich einsetzte.

1908 gründete Wilbrand den „Vogelschutzverein für das Großherzogtum Hessen“, heute der Landesverband des NABU in Hessen.

Nach 56 Dienstjahren trat Ludwig Wilhelm Wilbrand, dekoriert mit den höchsten Auszeichnungen des Darmstädter Großherzogs, in den Ruhestand. 1922 wurde Wilbrand mit dem Dr. phil h.c. der Universität Gießen geehrt. Im selben Jahr verstarb er in Darmstadt.

In Anerkennung seiner Leistungen wurde eine über 210 Jahre alte Eiche im Viernheimer Wald als Ehrenbaum für  Ludwig Wilhelm Wilbrand ausgewiesen.

Literatur:

  • Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung (Hrsg.): Biographien bedeutender hessischer Forstleute, Wiesbaden 1990.
  • Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde: Hessische Biografie, online abrufbar unter https://www.lagis-hessen.de/pnd/137752350 (Stand: 15.4.2021)
  • Historischer Verein für Hessen e.V. (Hrsg.): Stadtlexikon Darmstadt, online abrufbar unter www.darmstadt-stadtlexikon.de 
  • Mölder, Andreas: Erfassung und Schutz bemerkenswerter Bäume im Großherzogtum Hessen (1806 – 1918) – frühe Naturschutzarbeit mit Vorbildcharakter, in: Jahrbuch Naturschutz in Hessen, Band 17 / 2018
  • NABU Hessen (Hrsg.): 111 Jahre für Mensch und Natur. Vom Vogelschutzverein für das Großherzogtum Hessen zum NABU, online abrufbar unter https://hessen.nabu.de/news/2019/27118.html 

Bilder:

  • StAV BIL 0041: Forsthaus des Oberförsters Wilhelm Wilbrand, 1890
  • StAV BIL 2046: Ludwig Wilhelm Wilbrand, um 1870
  • StAV BIL 2047: Luise Wilbrand, geb. Keim, um 1870
  • StAV BIL 2048: Die drei Kinder von Förster Wilbrand, v.l.n.r.: Willi, Hermann und Else, um 1881

Die auf dieser Seite gezeigten Bilder stammen aus dem Bestand des Stadtarchivs Viernheim.

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(geschlossen Fastnachtsonntag und Ostersonntag)
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