In ganz Hessen gibt es mehr als 100 Ausländerbeiräte. Der Ausländerbeirat ist die politische Interessenvertretung der ausländischen Einwohner einer Stadt bzw. eines Kreises. Das Gremium setzt sich für die Belange der ausländischen Bevölkerung ein und berät die städtischen Gremien in Angelegenheiten und Entscheidungen, die Ausländer betreffen.

Deshalb nimmt jeweils ein/e Vertreter/in an den Sitzungen der Stadtverordneten-Versammlung, der Ausschüsse oder sonstigen von der Verwaltung oder den Gremien eingerichteten Arbeitsgruppen teil. In der Stadtverordneten-Versammlung hat der Ausländerbeirat ein Anhörungs- und Vorschlags-, jedoch kein Mitbestimmungsrecht.

Ausländerbeiräte setzen sich auf lokaler Ebene für die Integration von Ausländern ein. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise für die Einrichtung von Sprachkursen, für eine bessere Verständigung in Kindergärten und Schulen, für die Verbesserung der Situation in der Ausbildung und am Arbeitsplatz, für bessere Lebensbedingungen ausländischer Senioren, usw.

In Viernheim gibt es seit 1991 einen Ausländerbeirat.

Der ehemalige Ehrenvorsitzende Dr. Ebenezer Obo Edusa-Eyison engagierte sich bis zu seinem Tod im Jahr 2017 unermüdlich für ein tolerantes Zusammenleben von Ausländern und Deutschen und hatte sich mit seinem großen persönlichen Engagement, u. a. mit einem ehrenamtlichen Deutschkurs, in Viernheim einen Namen gemacht.

Die letzte Ausländerbeiratswahl fand am 29. November 2015 nach den Grundsätzen des Hessischen Kommunalwahlgesetzes statt.

von links nach rechts:
Muzaffer Karagöz, Siham Atris, Alban Zaskoku, Nurcan Erdogan, Adriano Virga (ehem. Mitglied), Gönül Kurt, Kibreab Habtemichael Gebereselassie, Dr. Ebenezer Obo Edusa-Eyison (verstorben 2017)

Der Magistrat der Stadt Viernheim besteht aus: 11 ehrenamtlichen Beigeordneten, den sogenannten Stadträtinnen und Stadträten, die von der Stadtverordneten-Versammlung für die Dauer ihrer Wahlzeit (5 Jahre) gewählt werden. In der XVIII. Legislaturperiode gehören 4 der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder der CDU, 3 der SPD, 2 der UBV und 2 Bündnis 90/Die Grünen an, dem hauptamtlichen Beigeordneten, dem Ersten Stadtrat Bastian Kempf, der von der Stadtverordneten-Versammlung am 15. März 2019 gewählt wurde und zum 01. August 2019 seine erste sechsjährige Amtszeit angetreten hat, dem 2015 von den Bürgerinnen und Bürgern zum vierten mal für die Dauer von 6 Jahren direkt gewählten Bürgermeister Matthias Baaß, der zugleich Vorsitzender dieses Gremiums ist.

Der Magistrat ist zuständig für die Entscheidungen der laufenden Verwaltung. Im Rahmen der von der Stadtverordneten-Versammlung bereitgestellten Gelder sind die alltäglichen Geschäfte abzuwickeln. Hierunter fallen Personalfragen ebenso wie Grundstücksgeschäfte oder Auftragsvergaben an Firmen. Daneben werden i.d.R. auch die Angelegenheiten, bei denen die Entscheidungskompetenz bei einem der Ausschüsse oder bei der Stadtverordneten-Versammlung liegt, zunächst im Magistrat beraten. Die nichtöffentlichen Sitzungen finden mehrmals im Monat, i.d.R. montagsnachmittags, statt. Der Bürgermeister als Vorsitzender setzt die jeweils zu behandelnden Angelegenheiten fest, lädt die Mitglieder zu der Sitzung ein und ist als einziger berechtigt, über die getroffenen Entscheidungen zu berichten. Das Gremium ist kollegial organisiert, d.h. in der Sitzung haben alle Mitglieder gleiches Rede- und Stimmrecht. Allerdings gibt bei Stimmengleichheit die Stimme des Bürgermeisters in seiner Funktion als Vorsitzender den Ausschlag.

Die Mitgliederzahl der Gemeindevertretung, die in Städten Stadtverordneten-Versammlung genannt wird, richtet sich nach § 38 der Hessischen Gemeindeordnung. 

Danach gehören der Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Viernheim 45 Stadtverordnete an. Diese werden für die Dauer einer 5-jährigen Legislaturperiode direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt. 

Die Stadtverordneten-Versammlung setzt sich in ihrer 18. Legislaturperiode aktuell folgendermaßen zusammen:  

CDU-Fraktion 15 Sitze
SPD-Fraktion 13 Sitze
UBV-Fraktion 8 Sitze
Fraktion Bündnis90/Die Grünen 4 Sitze
FDP-Fraktion 2 Sitze
WGV-Fraktion 2 Sitze
fraktionslos 1 Sitz

Die Stadtverordneten-Versammlung ist das oberste Organ der Stadt und trägt die rechtliche und politische Verantwortung dafür, wie die Geschicke der Stadt gelenkt werden sollen. Sie trifft wichtige, grundlegende Entscheidungen und überwacht die gesamte Verwaltung. Zu ihren Aufgaben gehört u.a. die Verabschiedung von Satzungen, z.B. Bebauungsplänen und die Festlegung, der der Verwaltung zur Abwicklung der laufenden Geschäfte zur Verfügung stehenden Mittel im Rahmen der Verabschiedung des Haushaltsplanes. Sie entscheidet beispielsweise, dass der neue Friedhof gebaut wird, während es dann Aufgabe des Magistrats ist, diesen Beschluss auszuführen und die entsprechenden Aufträge an die Firmen zu vergeben.  

In der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl, der sogenannten konstituierenden Sitzung (29.04.2016), wählten die Stadtverordneten aus ihrer Mitte Norbert Schübeler zum Stadtverordneten-Vorsteher und somit als Vorsitzenden sowie dessen Vertreter. Erst mit dieser Wahl war das Gremium handlungsfähig. 

Aufgaben des Stadtverordneten-Vorstehers sind die Festlegung der Tagesordnung, die Einladung zur Sitzung und die Sitzungsleitung. Ferner repräsentiert er die Stadtverordneten-Versammlung nach außen (z.B. bei Veranstaltungen aller Art wie beim Neujahrsempfang, oder auch bei Vereinsfesten).

Die Stadtverordneten-Versammlung tagt in der Regel einmal im Monat (freitagsabends) in öffentlicher Sitzung. Für bestimmte Angelegenheiten können die Mitglieder jedoch auch den Ausschluss der Öffentlichkeit beschließen. In diesem Fall müssen Zuhörer und Pressevertreter während der Beratungen und der Abstimmung den Sitzungsraum verlassen. Das Ergebnis wird jedoch dann wieder öffentlich bekanntgegeben.

Die 45 Stadtverordneten bilden aus ihrer Mitte sogenannte "Ausschüsse", welche die Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung vorbereiten. Die Ausschüsse beraten im kleinen Kreis über ganz bestimmte Angelegenheiten und sprechen Empfehlungen für die dann in der Stadtverordneten-Versammlung (also in großer Runde) endgültig zu treffenden Entscheidungen aus. 

Die Ausschüsse tagen in der Regel einmal im Monat (abends) öffentlich. Für bestimmte Tagesordnungspunkte können die Mitglieder jedoch auch die Behandlung in nichtöffentlicher Sitzung beschließen. In diesem Fall müssen Zuhörer und Pressevertreter den Raum verlassen. 

In der 18. Legislaturperiode gibt es in Viernheim 4 Ausschüsse: 

Haupt- und Finanzausschuss (Wirtschaftsförderung)

Ausschuss Umwelt, Energie und Bauen (Stadtentwicklung, Agenda 21)

Sozial- und Kulturausschuss (Integration, Sport, Bildung, Jugend und Familie)

Planungsausschuss Rathaus (seit Sommer 2017)

Die Stadtverordneten-Versammlung hat in ihrer konstituierenden Sitzung am 29.04.2016 entschieden, dass die Ausschüsse, auch weiterhin entsprechend den Regelungen in § 2 der Hauptsatzung der Stadt Viernheim,  aus 11 stimmberechtigten Mitgliedern bestehen. Der Ausschuss Umwelt, Energie, Bauen setzt sich entsprechend dem Stärkeverhältnis und Absprachen der Fraktionen in der Stadtverordneten-Versammlung (4 CDU, 3 SPD, 2 UBV, 1 Bündnis90/Die Grünen, 1 FDP/WGV) zusammen.
Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses (4 CDU, 3 SPD, 2 UBV, 1 Grüne, 1 FDP) und des Sozial- und Kulturausschusses (4 CDU, 4 SPD, 2 UBV, 1 Grüne) wurden durch eine Wahl in der konstituierenden Sitzung bestimmt.

Der Planungsausschuss Rathaus setzt sich aus 4 CDU, 4 SPD, 2 UBV, 1 Grüne, 1 FDP, 1 WGV-Fraktion (13 stimmberechtigte Mitglieder) zusammen.

Sollte ein Mitglied für eine Sitzung verhindert sein, kann es sich auch von einem anderen Stadtverordneten vertreten lassen.