Von ca. 44 km² der Viernheimer Gemarkung sind ca 2/3 Wald und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen um z.B. gegen Bebauung geschützt zu sein. Ein Teil davon ist als Schutz- und Bannwald ausgewiesen.

 Von den unterschiedlichen Schutzkategorien sind Naturschutzgebiete am bekanntesten. Als solche werden besonders wertvolle Lebensräume ausgewiesen und beispielsweise durch ein Wegegebot und dem Verbot von Störungen und Eingriffen geschützt.

Naturschutzgebiete

In Viernheim gibt es derzeit drei:

Das Naturschutzgebiet Glockenbuckel ist wie zwei ähnlich geschütze Naturdenkmale ein hessenweit gesehen hochrangiges Gebiet. Hier kommen Spezialisten trocken-heißer Biotope auf Sanddünen vor.

Der scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) ist eine Charakterart dieser Lebensräume. Die fleischigen Blätter können Wasser speichern um Trockenperioden zu überstehen.

Der Sandthymian ist eine weitere typische Pflanzenart, die sich durch kleine behaarte Blätter vor Austrocknung schützt.

Im bebauten Bereich kann einigen Tier- und Pflanzenarten dieser seltenen Lebensräume ein Sekundärbiotop angeboten werden. Nicht die meist intensiv gepflegten Steingärten, sondern Dachbegrünungen kommen hier in Frage. Sie werden deshalb in Bebauungsplänen vorgeschrieben oder finanziell gefördert.

Geotop 2007

Der Geopark Bergstraße-Odenwald (Globaler-Europäischer-Nationaler-Geopark) zeichnet besondere Orte als „Geotope des Jahres“ im Geopark Bergstraße-Odenwald aus. Diese im Jahr 2002 begonnene Tradition ist eng mit den von der UNESCO übertragenen Aufgaben verknüpft, um den Blick auf die vielfältigen erdgeschichtlichen und naturräumlichen Schätzen unserer Region zu lenken.

Im Jahr 2007 fiel die Wahl auf den auf Viernheimer Gemarkung gelegenen„Glockenbuckel“ -Eiszeitliche Dünenlandschaft bei Viernheim. Weitere Informationen unter: www.geo-naturpark.de

Besichtigung des Glockenbuckels am 16.09.2007:

Die Neuzenlache, ein Altneckararm, war ein Feuchtgebiet mit seltenen Tieren und Pflanzen. Erst spät erfolgte die Schutzgebietsausweisung durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Durch Grundwasserabsenkung ist es stark verlandet und hat an Wert verloren.

Es ist aber immer noch ein wertvoller Biotopkomplex mit Wasserflächen, Röhricht und Hecken und Gebüschstrukturen.

Historisch interessant sind auch die zwei Sumpfzypressen, die wie der Weinheimer Exotenwald auf dessen Begründer, den Freiherr von Berckheim, zurückgehen.

 

Neben dem Naturschutzgebiet Neuzenlache ist das relativ junge Feuchtgebiet Oberlücke aus einer Sandgrube entstanden und bietet Lebensraum für viele Wasservögel.

Vom Kleingartenverein "Am Forst" aus lässt sich die Fläche ohne Störungen überblicken.

 

 

 

 

Am jüngsten sind die Schutzgebiete des europäischen Verbundes „Natura 2000“. Neben mehreren so genannten Flora-, Fauna- und Habitat-Gebieten (Gebiete für Pflanzen-, Tierwelt und Lebensräume) wurde zwischen Viernheim und Bürstadt ein großes Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Dadurch soll auch die geplante ICE-Strecke so gestaltet werden, dass nachhaltige Schäden für bedeutsame Arten auszuschließen sind. Seltene Tier- und Pflanzenarten sollen mit ihrem Lebensraum in Viernheim geschützt und vor dem Aussterben bewahrt werden.

Die Heidelerche ist mit der Feldlerche verwandt. Gesang und dunkler Schwanz unterscheidet beide.

Sie ist jedoch in Hessen stark bedroht. 50-200 Heidelerchen gibt es nur noch,

von der bekannten Feldlerche dagegen über 100.000.

 

Ihr Lebensraum sind trockene Heiden und Waldlichtungen

Der Kleinspecht ist nur sperlingsgroß und ähnelt dem bekannten Buntspecht. Er kommt viel seltener vor.

 
Buntspecht

Er braucht Laub- oder Mischwälder
Mit alten und auch toten Bäumen

Der Ziegenmelker bewohnt lichte Wälder und offenes Gelände. In ganz Hessen ist er mit nur noch 30-50 Vögeln vom Aussterben bedroht. Durch seine Tarnfarbe ist er kaum zu sehen aber über seine Rufe nachzuweisen. 


Weibchen im Bodennest

Herr Roland Matern

Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung
Landschaftsplanung, Ökologie

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