Niederschlagsversickerung in Neubaugebieten


In Viernheim werden seit den 1980er Jahren Neubaugebiete konsequent mit der Methode der Versickerung entwässert. Dies trifft z.B. auf die Gebiete Schmittsberg I und II, Birkenwäldchen oder Bannholzgraben zu. Es bestehen einige Vorteile gegenüber der Einleitung des Niederschlags in die Mischkanalisation und deshalb wird dies auch verbreitet favorisiert, unter anderem durch das 2009 novellierte Wasserhaushaltsgesetz (WHG).

Da Viernheim auch im Wasserschutzgebiet für die Trinkwassergewinnung liegt, ist dabei entsprechend umsichtig vorzugehen. Die Versickerung ist deshalb meist durch die Reinigung über belebten Boden in Versickerungsmulden durchzuführen, weil er eine zusätzlich Wirkung zum Schadstoffabbau besitzt. Ein ausreichender Abstand zum Grundwasser, damit der Boden insgesamt als Filter wirkt, kann fast überall eingehalten werden.

Weil in diesen Baugebieten die Geländeoberfläche für die Ableitung des Wassers gezielt geplant wurde, hat sich das System nicht nur im Normalfall, sondern auch bei Starkregen bewährt, wie sie statistisch selten auftreten und die mit dem Kanalsystem allein nicht zu bewältigen sind.

Die Sickermulden sind im Bannholzgrabengebiet in die Grünflächen integriert. Weil das Wasser meist schon nach kurzer Zeit versickert ist, wurden kleine Teilbereiche als Feuchtbiotope extra abgedichtet.

Niederschlagsversickerung bei Straßensanierungen

Aufgrund der erwiesenen Vorteile wird seit einiger Zeit die Entwässerung über Versickerung häufig auch im Rahmen von Umbau- und Erneuerungsarbeiten eingesetzt. Besonders in breiteren Straßenräumen in die notwendig Fläche zur Verfügung steht kommt dies in Frage. In einem Gutachten aus dem Jahr 2012 empfiehlt ein Fachbüro diese Möglichkeiten gezielt zu nutzen, um das verbreitet überlastete Kanalsystem zu unterstützen.

Vorher war ein sehr breiter Gehweg. Wie hier in der Kreuzstraße lassen sich auch anderorts Flächen anders und mehrfach nutzen.

Zur Beseitigung von Belagsschäden wurden die zu kleinen Baumbeete erweitert und als Sickermulden ausgebildet. Was zunächst ungewohnt aussieht wird nach dem Einwachsen der Bepflanzung ein attraktives grünes Band.

Die Vorteile im Überblick

  • Die getrennte Ableitung des Regenwassers vom Schmutzwasser entlastet die Kläranlage und das Kanalnetz.
  • Dies schlägt sich auch finanziell nieder. Privat wie öffentlich ist eine Regenwassergebühr für jeden Quadratmeter ins öffentliche System entwässernde Fläche zu zahlen.
  • Da in der sehr ebenen Lage Viernheims alles Abwasser gepumpt werden muss, wird auch Energie gespart.
  • Das Wasser nimmt statt abzufließen zum größeren Teil den natürlichen Weg. Es bildet neues Grundwasser oder verdunstet.
  • Diese Verdunstung hilft die Überhitzung der Stadt im Sommer herunter zu kühlen. Mit der Schattenwirkung von Bäumen wird das Kleinklima zusätzlich stabilisiert.
  • Damit die Bäume dies leisten können müssen sie bessere Gesundheitsbedingungen erhalten. Sie leiden oft unter Versiegelung und unter Trockenheit. Beidem wird begegnet.
  • Vergrößerte Grünflächen ergeben eine Verbesserung im Ortsbild und bieten einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Als BIODIVERSITÄTSKOMMUNE ist Viernheim hierfür verpflichtet.

Ansprechpartner

Herr Roland Matern

Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung
Landschaftsplanung, Ökologie

Zi. 410, 4. OG
Rathaus, Kettelerstr. 3, 68519 Viernheim

Telefon: 06204 988-297

Fax: 06204 988-257

Email:  RMatern@viernheim.de