Viernheim wird im Sommer 2027 zum Treffpunkt junger Menschen aus Europa: Beim „Young Europe Summercamp 2027 – YES 2027“ kommen Jugendliche aus den Viernheimer Partnerstädten Franconville (Frankreich), Rovigo (Italien), Mława (Polen) und Haldensleben (Deutschland) zu einer gemeinsamen Woche nach Viernheim. Vom 31. Juli bis 7. August 2027 sind Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren eingeladen, neue Freundschaften zu schließen und Europa unmittelbar zu erleben. Dass das Camp im Jahr des 1250-jährigen Stadtjubiläums stattfindet, verleiht dem Projekt einen besonderen Rahmen.
Bis zu 10 Jugendliche sollen aus jeder Partnerstadt teilnehmen. Auch Jugendliche aus Viernheim können sich bis zum 2. Oktober unter der Mailadresse yes2027(at)viernheim.de für einen Platz bewerben. Für die Bewerbung steht ein Fragebogen der städtischen Jugendförderung HIER… zur Verfügung. Das Projektteam wählt anschließend die Teilnehmenden aus und informiert alle Bewerberinnen und Bewerber.
Jugendliche gestalten das Camp mit
Mit YES 2027 setzt die Stadt Viernheim bewusst auf ein nachhaltiges Format für die nächste Generation der Städtepartnerschaften. Internationale Partnerschaften leben nicht allein von offiziellen Kontakten, sondern vor allem von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Deshalb sollen die Jugendlichen von Anfang an aktiv beteiligt werden.
„Wenn Städtepartnerschaften eine Zukunft haben sollen, müssen wir junge Menschen dafür begeistern. Genau hier setzt YES 2027 an: Wir schaffen Begegnungen, aus denen Freundschaften, Verständnis füreinander und vielleicht auch ein dauerhaftes Interesse an Europa entstehen können“, sagt Bürgermeister Matthias Baaß.
Ein wichtiger Partner bei dem Projekt ist die Alexander-von-Humboldt-Schule mit ihrem Schulleiter Thomas Blumenrath. Die Europaschule stellt ihre Räumlichkeiten als Unterkunft zur Verfügung und wird damit zu einem zentralen Ort der internationalen Begegnung. „Als Europaschule gehört der internationale Austausch zu unserer pädagogischen Philosophie. Ich bin sehr dankbar, dass wir seit dem vorletzten Schuljahr über Erasmus+ die Möglichkeit haben, solche Begegnungen zu ermöglichen – und zwar so, dass die finanzielle Eigenleistung für die Familien gering bleibt. Kinder und Jugendliche lernen dabei andere Länder und Kulturen unmittelbar kennen“, betont Schulleiter Thomas Blumenrath.
Die Vorbereitungen für das Summercamp haben bereits begonnen. Das Kultur- und Sportamt übernimmt die Gesamtkoordination und arbeitet gemeinsam mit den Partnerstädten an der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung. In den kommenden Monaten sind digitale Treffen mit den Jugendlichen vorgesehen. Sie können eigene Ideen einbringen und Teile des Programms mitgestalten.
„Wir wollen kein fertiges Programm präsentieren, bei dem Jugendliche nur teilnehmen. Die Jugendlichen sollen ihre Perspektiven und Ideen einbringen und damit selbst Einfluss darauf nehmen, wie diese internationale Woche aussieht“, erklärt Jan Krasko, Leiter des Kultur- und Sportamts.
Auch die Jugendförderung der Stadt Viernheim begleitet das Projekt bereits in der Vorbereitungsphase und entwickelt gemeinsam mit den internationalen Partnern das pädagogische Programm. „YES 2027 soll Raum für eigene Ideen, neue Erfahrungen und gemeinsames Handeln schaffen“, erklärt Lars Prechtl von der Jugendförderung. „Wenn aus einer Woche in Viernheim Kontakte entstehen, die auch Jahre später noch bestehen, haben wir viel erreicht.“
Erfahrungen aus internationalen Jugendprojekten
YES 2027 knüpft an mehrere internationale Jugendprojekte Viernheims mit seinen Partnerstädten an. 2023 fand im Rahmen der Städtepartnerschaftsfeier und der Bundesgartenschau in Mannheim eine Jugendbegegnung zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen statt. 2024 folgte das „International Olympic Town Twinning Youthcamp“ in Franconville mit Sport, Workshops und dem Besuch olympischer Wettbewerbe in Paris. Die Erfahrungen aus beiden Projekten zeigen, wie gemeinsame Erlebnisse junge Menschen für Städtepartnerschaften begeistern können. Mit YES 2027 wird dieser Ansatz fortgeführt – diesmal steht die internationale Begegnung selbst im Mittelpunkt.
Auch an der Alexander-von-Humboldt-Schule haben internationale Begegnungen einen festen Platz. Allein im letzten Schuljahr fanden Austausche mit Schülerinnen und Schülern aus den Partnerstädten Mława und Franconville statt. Darüber hinaus gab es – je nach Jahrgangsstufe und Projekt –Begegnungen mit Ivrea in Italien sowie mit Schulen in Spanien, Griechenland und Finnland. „Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei einen Blick über den Tellerrand, der sich deutlich von einer touristischen Reise unterscheidet. Gerade die Unterbringung in einer Gastfamilie eröffnet noch einmal andere Einblicke in Alltag und Kultur“, sagt Blumenrath. „Ich selbst habe zehn Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet und kann jedem jungen Menschen nur ans Herz legen, eine solche Gelegenheit zu nutzen, wenn sie sich bietet. Man sammelt viele Erfahrungen, erweitert den eigenen Horizont – und nicht selten entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten.“
Europa beginnt mit Begegnung
Europa soll für die Jugendlichen vor allem persönlich und unmittelbar erfahrbar werden – beim gemeinsamen Sport, bei kulturellen Aktivitäten, in Workshops, bei Ausflügen und im alltäglichen Miteinander.
Die Partnerstädte unterstützen das Projekt bei der Auswahl und Betreuung der Jugendlichen sowie bei der Vorbereitung. Die An- und Abreise der Delegationen wird von den jeweiligen Partnerstädten organisiert. Unterkunft, Verpflegung und Infrastruktur in Viernheim werden durch die Stadt organisiert und sollen mit einem gemeinsamen Erasmus+ Projektantrag co-finanziert werden.
„Städtepartnerschaften müssen sich immer wieder weiterentwickeln, wenn sie auch für kommende Generationen relevant bleiben sollen“, betont Bürgermeister Matthias Baaß. „Mit YES 2027 investieren wir in Begegnungen junger Menschen und damit in Beziehungen, die Europa vor Ort stärker machen.“
Stimmen aus den Partnerstädten
Michele Aretusini, Stadtrat in Rovigo:
Investitionen in junge Menschen seien zugleich Investitionen in die Zukunft Europas. Internationale Begegnungen stärkten den gegenseitigen Respekt und das Bewusstsein für eine europäische Gemeinschaft, die auf Frieden, Zusammenarbeit und Solidarität basiere.
Xavier Melki, Bürgermeister in Franconville:
Das Summercamp sei eine hervorragende Gelegenheit, jungen Menschen Offenheit, Eigenverantwortung und gesellschaftliches Engagement zu vermitteln. Durch den Austausch mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern könnten dauerhafte Verbindungen entstehen, die weit über das Camp hinausreichten.
Piotr Jankowski, Bürgermeister in Mława:
Die besonders intensive Zusammenarbeit mit Viernheim habe bei zahlreichen gemeinsamen Projekten – von humanitären Aktionen über Jugendbegegnungen bis hin zum gemeinsamen Besuch der Olympischen Spiele – gezeigt, wie wertvoll die Partnerschaft für beide Städte sei. Das Summercamp eröffne erneut die Möglichkeit, gemeinsam die Zukunft Europas zu gestalten.
Bernhard Hieber, Bürgermeister in Haldensleben:
Die seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende Freundschaft zwischen beiden Städten werde von Vereinen, Kultur und bürgerschaftlichem Engagement getragen. Der Austausch junger Menschen sei dabei ein besonders wichtiger Baustein, um Verständnis füreinander zu fördern und Europa im Alltag erlebbar zu machen.
Mit dem „Young Europe Summercamp 2027 – YES 2027“ führt Viernheim diesen Weg konsequent fort. Ziel ist es, jungen Menschen einen persönlichen Zugang zu den Städtepartnerschaften zu ermöglichen und langfristige Beziehungen über Grenzen hinweg zu fördern. So sollen die Städtepartnerschaften dort weiterleben, wo ihre Zukunft liegt: bei der jungen Generation Europas.

