Am kommenden Donnerstag, dem 12. März, heulen in ganz Hessen wieder die Sirenen: Beim zweiten landesweiten Warntag werden zwischen 10 und 11 Uhr verschiedene Warnsysteme erprobt. Neben Warn-Apps und Cell Broadcast sollen auch Sirenen ausgelöst werden. Ziel des Warntags ist es, die technischen Warnsysteme zu überprüfen und die Bevölkerung für Warnsignale zu sensibilisieren. Die Probewarnung ist für 10:01 Uhr vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt werden Warnmeldungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS) ausgelöst, unter anderem über Warn-Apps, Cell Broadcast und Rundfunk. Parallel dazu lösen die Zentralen Leitstellen in Hessen – soweit vorhanden – auch Sirenen aus. Gegen 10:30 Uhr erfolgt die Entwarnung.
In Viernheim fällt der Warntag in eine besondere Phase, denn in diesem Zug soll das neu vorhandene Sirenennetz getestet werden. Allerdings werden voraussichtlich noch nicht alle Sirenen im Stadtgebiet zu hören sein. Nach Einschätzung der Leitstelle Bergstraße, die die Sirenen im Bedarfsfall und auch am Warntag auslöst, könnten zunächst nur diejenigen Anlagen ertönen, die die erforderlichen Funktionstests bereits erfolgreich durchlaufen haben. Da sich ein Teil der neuen Sirenen derzeit noch in der abschließenden Testphase befindet, kann es daher sein, dass am Warntag nur einzelne Sirenen im Stadtgebiet wahrnehmbar sind.
Sirenennetz in Viernheim kurz vor der Fertigstellung
Der Ausbau des Sirenennetzes in Viernheim steht kurz vor dem Abschluss. In den vergangenen Wochen wurden alle 14 geplanten Sirenenanlagen aufgebaut beziehungsweise installiert. Die Anlagen befinden sich sowohl auf öffentlichen Gebäuden – etwa Schulen – als auch auf Privatgebäuden sowie in den Außenbereichen der städtischen Gemarkung. Je nach Standort handelt es sich um Mastsirenenanlagen oder Dachinstallationen auf Gebäuden.
Zu den Standorten zählen: Robert-Bosch-Str. 2 (Feuerwehrgerätehaus), Franconvilleplatz 7 (Alexander-von-Humboldt-Schule), Saarlandstr. 2 (Friedrich-Fröbel-Schule), Birkenstraße 3 (Nibelungenschule), Am Tambourwäldchen 2, Mannheimer Str. 5, Heinrich-Lanz-Ring 2, Industriestr. 2 (Stadtwerke), Lampertheimer Weg, Charlie-Chaplin-Allee, Am Alten Weinheimer Weg, Wiesenweg, Am Sandhöfer Weg sowie Neuzenlache.
Für alle Anlagen liegen bereits vorläufige Betriebsgenehmigungen vor. Derzeit laufen noch einzelne Funktionstests. Erst wenn diese vollständig abgeschlossen sind, werden die Sirenen im gesicherten Digitalfunknetz angemeldet und stehen anschließend für den Einsatz im Bevölkerungsschutz zur Verfügung.
Investition in die Sicherheit der Bevölkerung
Der Aufbau des Sirenennetzes ist Teil der städtischen Maßnahmen zur Verbesserung der Warninfrastruktur. Mit Sirenen können Menschen schnell und unabhängig von digitalen Medien auf Gefahren aufmerksam gemacht werden – etwa bei Großbränden, extremen Wetterlagen oder anderen Schadensereignissen.
Erster Stadtrat Jörg Scheidel, zuständig für das Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, betont: „Mit dem nahezu abgeschlossenen Ausbau unseres Sirenennetzes stärken wir die Warnmöglichkeiten in Viernheim deutlich. Sirenen sind ein wichtiger Bestandteil eines modernen Warnsystems, weil sie Menschen schnell und unabhängig von digitalen Medien erreichen. Der Warntag hilft uns dabei, die Systeme zu erproben und gleichzeitig die Bevölkerung für Warnsignale zu sensibilisieren.“
Die Umsetzung des Projekts begann nach der Beauftragung der Fachfirma ecomtec TCserV GmbH im September 2024. Nach der Besichtigung und Abstimmung der Standorte im Dezember 2024 folgten Planung und Bestellung der Anlagenkomponenten sowie Vereinbarungen mit den Eigentümern der betroffenen Gebäude. Seit Herbst 2025 wurden die Sirenen schrittweise montiert; im Frühjahr 2026 erfolgte die Installation der letzten Anlagen sowie deren technische Anbindung und Testläufe.
Die Gesamtkosten für den Aufbau des Sirenennetzes belaufen sich auf rund 365.000 Euro, wovon 70.000 Euro durch das Land Hessen gefördert wurden.
Warntag als Übung für den Ernstfall
Der landesweite Warntag stellt bewusst eine Übungssituation dar. Dabei wird ein Ernstfall simuliert, um zu prüfen, ob die technischen Systeme funktionieren und Warnmeldungen die Bevölkerung zuverlässig erreichen.
Die Stadt Viernheim empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern, sich mit den Warnmitteln vertraut zu machen und – soweit vorhanden – Warn-Apps auf dem Smartphone aktiviert zu halten. Auch Cell Broadcast sollte auf mobilen Geräten zugelassen sein, damit Warnmeldungen im Ernstfall empfangen werden können.
