Mit einer starken Bilanz ist das diesjährige STADTRADELN in Viernheim zu Ende gegangen. Am Donnerstag (27. August) standen nun diejenigen im Mittelpunkt, die besonders fleißig in die Pedale getreten waren. Bei hochsommerlichen Temperaturen zeichnete Erster Stadtrat Jörg Scheidel gemeinsam mit Vertreterinnen des Amts für Stadtentwicklung und Umweltplanung und des Vereins Kompass Umwelt- und Energieberatung e. V. die erfolgreichsten Teams und Schulklassen im Museumsgarten aus.
„Für mich bedeutet Fahrradfahren vor allem Spaß, einen gesunden Ausgleich und die Möglichkeit, unkompliziert in Viernheim unterwegs zu sein“, sagte Scheidel bei der Begrüßung. Und noch einen ganz praktischen Vorteil sieht der Erste Stadtrat: „Meistens ist man mit dem Fahrrad sogar schneller am Ziel als mit dem Auto – und kann mit dem Rad direkt vor der Tür parken.“
Genau dieser Gedanke steckt für Scheidel auch hinter der Aktion STADTRADELN. Gerade für viele Schülerinnen und Schüler sei es selbstverständlich, im Alltag mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. „Und darum geht es letztlich: Wir wollen noch mehr Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen, dass viele Wege mit dem Fahrrad ganz unkompliziert zurückgelegt werden können. Das Auto auch einmal stehen zu lassen und stattdessen auf‘s Rad zu steigen, muss keine große Sache sein.“
Dass viele Viernheimerinnen und Viernheimer genau das getan haben, zeigt die Bilanz der drei Aktionswochen vom 1. bis 21. Mai eindrucksvoll. „Passend zu unserem Jubiläum im nächsten Jahr haben in diesem Jahr 1.250 Personen beim Viernheimer STADTRADELN mitgemacht – so viele wie noch nie“, freute sich Scheidel. „Gemeinsam haben sie mehr als 161.000 Kilometer zurückgelegt und damit rund 26 Tonnen CO₂ vermieden. Das ist ein tolles Ergebnis, auf das alle Beteiligten stolz sein können.“
Zum Vergleich: 2025 hatten 1.131 Radlerinnen und Radler insgesamt 147.817 Kilometer gesammelt und damit rund 24 Tonnen CO₂ vermieden. Das diesjährige Ergebnis bedeutet damit nochmals ein deutliches Plus – sowohl bei der Zahl der Teilnehmenden als auch bei den zurückgelegten Kilometern.
Drei Wochen rund ums Fahrrad
Myriam Buddensiek, Projektkoordinatorin im Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung, blickte noch einmal auf die drei Aktionswochen zurück. Denn beim STADTRADELN ging es auch in diesem Jahr nicht ausschließlich darum, möglichst viele Kilometer auf dem persönlichen Konto zu sammeln. Begleitet wurde die Aktion von verschiedenen Angeboten rund ums Fahrrad. Die städtische Jugendförderung beteiligte sich unter anderem mit Aktionen ihrer Jugend-Fahrradwerkstatt und der Bikepark-Initiative. Auch das Museum Viernheim war mit einem Fahrradausflug in den ehemaligen Panzerwald mit von der Partie. „STADTRADELN lebt natürlich von jedem einzelnen Kilometer. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass das Fahrrad während dieser drei Wochen ganz bewusst in den Mittelpunkt rückt“, betonte Buddensiek. „Die unterschiedlichen Aktionen zeigen, wie vielseitig das Thema ist – vom alltäglichen Weg zur Schule oder zur Arbeit über gemeinschaftliche Radtouren bis hin zu Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche.“
Sandra Schäfer-Schwarz vom Verein Kompass Umwelt- und Energieberatung e. V. nutzte die Siegerehrung, um den Verein und dessen vielfältiges Engagement vorzustellen. Das Angebot richtet sich längst nicht nur an Erwachsene. Mit Veranstaltungen wie dem Junior-Förster-Diplom werden schon Kinder für Natur- und Umweltthemen begeistert. Für Erwachsene stehen beispielsweise geführte Glühwein- oder Federweißer-Wanderungen auf dem Naturlehrpfad auf dem Programm. Mit den „Vernemer Putzhelden“ setzt Kompass darüber hinaus ganz praktisch ein Zeichen für ein sauberes Viernheim.
Auch das Viernheimer STADTRADELN unterstützt der Verein erneut finanziell. Damit trägt Kompass dazu bei, dass sportlicher Ehrgeiz, Klimaschutz und soziales Engagement bei der Aktion Hand in Hand gehen.
Viele Kilometer – und 1.000 Euro für den guten Zweck
Besonders deutlich wird diese Verbindung bei den öffentlichen Teams. Entscheidend für die Platzierung war hier die absolute Zahl der gefahrenen Kilometer. Für die drei Erstplatzierten gab es Preisgelder in Höhe von insgesamt 1.000 Euro. Das Geld bleibt allerdings nicht bei den Gewinnern: Die Teams bestimmen selbst, welcher karitativen Viernheimer Institution ihre Prämie zugutekommt – ein Prinzip, das bereits in den vergangenen Jahren fester Bestandteil von STADTRADELN war.
Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr das Team der Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. Mit 64 Teilnehmenden brachte es stolze 10.823 Kilometer auf die Straße. Stellvertretend für das gesamte Team nahmen Sylvia Thoms, von der Kita St. Hildegard und Tatjana Peckmann, von der Kita St. Michael, die Urkunde entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro spendet das Siegerteam an den Deutschen Kinderschutzbund Viernheim. Eine Entscheidung, die gut zur Zusammensetzung des Teams passt: In diesem Jahr beteiligten sich auch alle katholischen Kindergärten am STADTRADELN. „Sogar die Kleinsten haben begeistert mitgewirkt und sind in die Kita geradelt“, berichtete Sylvia Thoms bei der Siegerehrung. Damit sammelten nicht nur die Erwachsenen fleißig Kilometer – auch Viernheims jüngste Radlerinnen und Radler trugen ihren Teil zum Gesamtergebnis bei.
Auf Platz zwei landete die Radsportgruppe „Heisser Sattel“. Die zwölf Teammitglieder legten zusammen 6.461 Kilometer zurück. Teamcaptain Otto Alter nahm die Urkunde entgegen und hatte ebenfalls bereits ein Ziel für das Preisgeld von 300 Euro: Das Katholische Sozialzentrum.
Den dritten Platz belegte das Team Hospiz Schwester Paterna Viernheim mit 26 Teilnehmenden und insgesamt 5.395 Kilometern. Die Auszeichnung nahm die ehrenamtliche Hospizbetreuerin Anita Bauer entgegen. Und auch soll das Preisgeld in Höhe von 200 Euro – ohne vorherige Abstimmung - an den Deutschen Kinderschutzbund Viernheim gehen.
Starke Schulklassen werden sportlich belohnt
Einen etwas anderen Wettbewerb gab es für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. Hier sollte ausdrücklich nicht die Größe einer Klasse darüber entscheiden, wer am Ende vorne liegt. Deshalb wurden die gefahrenen Kilometer ins Verhältnis zur Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gesetzt. Gesucht wurde jeweils die radelaktivste Klasse jeder Schule – und damit gab es bei den Schulen gleich drei erste Plätze.
An der Albertus-Magnus-Schule hatte die Klasse 6c die Nase vorn. 26 Schülerinnen und Schüler sammelten gemeinsam 3.421 Kilometer. Koordinatorin Mareike Weidner-Lang nahm die Auszeichnung zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Klasse entgegen. Bei der Alexander-von-Humboldt-Schule sicherte sich die Klasse 8aH den Schulsieg. Sechs Schülerinnen und Schüler brachten es zusammen auf bemerkenswerte 3.227 Kilometer. Schulleiter Thomas Blumenrath und Klassenlehrer Erik Schatz nahmen die Urkunde entgegen. An der Friedrich-Fröbel-Schule ging die Auszeichnung an die Klasse 9Bee. Die 14 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler legten insgesamt 1.479 Kilometer zurück. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Klasse nahm Bianca Klotzbach die Urkunde entgegen.
Auf alle drei Siegerklassen wartet nun eine Belohnung, die zum sportlichen Charakter der Aktion passt: Sie erhalten jeweils einen Klassengutschein für einen Besuch im Viernheimer JUMP House.
Für Scheidel ist gerade die Beteiligung der Schulen ein wichtiger Bestandteil des STADTRADELNs: „Wer schon früh erlebt, dass das Fahrrad für viele Wege eine schnelle, einfache und ganz selbstverständliche Alternative ist, wird hoffentlich auch später häufiger darauf zurückgreifen. Deshalb freue ich mich besonders darüber, mit welchem Ehrgeiz unsere Schülerinnen und Schüler Jahr für Jahr dabei sind.“
Am Ende der Siegerehrung galt der Dank deshalb nicht nur den Gewinnerinnen und Gewinnern, sondern allen 1.250 Teilnehmenden, die drei Wochen lang Kilometer gesammelt haben – ebenso den Organisatoren, Unterstützern und denjenigen, die mit ihren Angeboten zum Rahmenprogramm beigetragen haben.
Denn auch wenn am Donnerstag im Museumsgarten Urkunden überreicht und Sieger ausgezeichnet wurden, bleibt die eigentliche Idee des STADTRADELNs eine ganz einfache: Jeder Weg, der mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, zählt.
Und nach insgesamt 161.189 Kilometern in nur drei Wochen steht fest: Davon sind in Viernheim in diesem Jahr eine ganze Menge zusammengekommen.
