Viernheim bewirbt sich erneut um 300.000 Euro für eine starke und lebenswerte Innenstadt

Drei Projekte verbinden Wirtschaftsförderung, Klimaanpassung und mehr Leben in der City

Die Viernheimer Innenstadt weiter stärken, Leerständen entgegenwirken, an heißen Tagen für Abkühlung sorgen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten schaffen: Mit drei unterschiedlichen Projekten bewirbt sich die Stadt Viernheim erneut um Fördermittel aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“. Insgesamt sollen Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro beantragt werden.

Nach drei erfolgreichen Teilnahmen in den vergangenen Jahren möchte die Stadt damit an bereits umgesetzte Maßnahmen anknüpfen und die Innenstadt Schritt für Schritt weiterentwickeln. Der Magistrat hat die erneute Teilnahme in seiner jüngsten Sitzung bereits unterstützt. Nun müssen noch der Haupt- und Finanzausschuss am 17. September sowie abschließend die Stadtverordnetenversammlung am 2. Oktober formell zustimmen.

Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht durch eine einzelne große Maßnahme. Es sind viele unterschiedliche Bausteine, die zusammenspielen müssen: attraktive Geschäfte und Gastronomie, gute Aufenthaltsmöglichkeiten, Veranstaltungen und Begegnungsorte, aber auch Antworten auf die Folgen des Klimawandels“, betont Bürgermeister Matthias Baaß. „Mit den drei eingereichten Projekten setzen wir genau an diesen unterschiedlichen Punkten an. Gleichzeitig bauen wir auf dem auf, was wir in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich auf den Weg gebracht haben.

Investitionen fördern und Leerständen entgegenwirken

Das erste Projekt sieht ein kommunales Förderprogramm vor, das betriebliche Investitionen mit Zuschüssen unterstützt und sich unmittelbar an kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründer in der Viernheimer Innenstadt richtet. 

Ziel ist es, bestehenden oder drohenden Leerständen entgegenzuwirken und gleichzeitig private Investitionen in einen zukunftsfähigen innerstädtischen Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Handwerk und Kreativwirtschaft anzustoßen.

Wir wollen nicht erst reagieren, wenn ein Geschäft geschlossen und ein Ladenlokal leer ist“, erklärt Bürgermeister Baaß. „Unser Ansatz ist, diejenigen zu unterstützen, die in die Innenstadt und in die Zukunft ihres Unternehmens investieren wollen. Wenn es gelingt, bestehende Betriebe zu stärken, Nachfolgen zu erleichtern und neue Geschäftsideen in die City zu holen, profitieren davon nicht nur die Unternehmen, sondern die gesamte Innenstadt.“

Mobile Klimainseln bringen Abkühlung in die Innenstadt

Mit dem zweiten Projekt nimmt die Stadt die zunehmende Hitzebelastung in den Blick. Gerade dicht bebaute und stark versiegelte Innenstadtbereiche heizen sich während längerer Hitzeperioden stark auf. Die Rheinebene gehört dabei zu den Regionen, die besonders von Hitze und Trockenheit betroffen sind.

Deshalb sollen mobile Kühlinseln angeschafft werden, die während der Sommermonate attraktive Abkühlungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten in der Innenstadt bieten. Durch ihre mobile Bauweise können sie flexibel dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden und bei Veranstaltungen, Märkten oder Festen versetzt oder vorübergehend entfernt werden.

Wir erleben immer häufiger Sommer mit langen Hitzeperioden. Deshalb müssen wir auch bei der Gestaltung unserer Innenstadt darüber nachdenken, wie wir Orte schaffen können, an denen sich Menschen gerne aufhalten und gleichzeitig Entlastung von der Hitze finden“, sagt Erster Stadtrat Jörg Scheidel. „Die Klimainseln verbinden beides: Sie schaffen Aufenthaltsqualität und sind zugleich eine konkrete Maßnahme zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Das Vorhaben knüpft an bereits umgesetzte beziehungsweise geplante Klimaanpassungsmaßnahmen an. So wurden mit Mitteln aus „Zukunft Innenstadt“ unter anderem mobile Sitzbänke angeschafft, die teilweise mit Begrünung kombiniert sind. Zudem steht die bereits in einer früheren Förderrunde vorgesehene Begrünung einer Fassade des Viernheimer Hallenbades zur Umsetzung an. Die begrünte Wand soll nicht nur das Erscheinungsbild aufwerten, sondern auch zu einem besseren Mikroklima im stark versiegelten Innenstadtbereich beitragen.

Mehr Möglichkeiten für Begegnung und gemeinsames Erleben

Das dritte Projekt trägt den Titel „Lebendige City – erleben, begegnen, mitgestalten“. Hier steht die Innenstadt als Ort des gesellschaftlichen Lebens im Mittelpunkt. Geplant ist die Anschaffung von multifunktional einsetzbarem Equipment und verschiedenen Ausstattungselementen, die bei Veranstaltungen und anderen Aktivitäten flexibel eingesetzt werden können.

Damit sollen sowohl bestehende Angebote gestärkt als auch neue Veranstaltungs- und Aktionsformate ermöglicht werden. Gleichzeitig sollen Vereine, Initiativen und weitere lokale Akteure stärker eingebunden werden und die Möglichkeit erhalten, eigene Ideen und Aktivitäten in der Innenstadt umzusetzen.

Rund eine halbe Million Euro Fördermittel bereits erfolgreich eingesetzt

Dass sich eine Beteiligung am Landesprogramm für Viernheim lohnt, zeigen die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Bereits dreimal war die Stadt mit ihren Bewerbungen erfolgreich und erhielt insgesamt rund eine halbe Million Euro Fördermittel. Damit konnten unterschiedliche Vorhaben realisiert beziehungsweise angestoßen werden. Dazu zählen unter anderem die Aufwertung des Erscheinungsbildes des Kunsthauses, die Anschaffung einer E-Rikscha für mobilitätseingeschränkte Menschen, der Umbau des Satonévri-Platzes einschließlich des „Sommersitzes“ vor der Stadtbibliothek, die mobilen Bänke in der Innenstadt sowie verschiedene Anschaffungen für den „Markt unterm Kirchturm“, mit denen dieser als Angebot in der Innenstadt weiterentwickelt werden konnte.

Hintergrund: Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“

Mit dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ unterstützt das Land Hessen Städte und Gemeinden dabei, ihre Innenstädte und Ortszentren zu revitalisieren und zukunftsgerecht weiterzuentwickeln. Im aktuellen Förderaufruf stellt die Hessische Landesregierung gemeinsam mit dem „Bündnis für die Innenstadt“ insgesamt 11,23 Millionen Euro zur Verfügung. Kommunen können bis zu drei Projektideen einreichen und einen Zuschuss von bis zu 300.000 Euro erhalten. Die Förderung beträgt mindestens 80 und maximal 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Auswahl und Bewilligung der Projekte soll bis November beziehungsweise Dezember 2026 erfolgen; für die Umsetzung und Abrechnung ist ein Zeitraum bis Dezember 2029 vorgesehen.