Die Gäste – allesamt Führungskräfte und Mitarbeitende aus der Finanzverwaltung der dortigen autonomen Region und mehrerer Städte wollten erfahren: Wie sieht Seniorenarbeit in Deutschland aus? Welche Angebote gibt es? Wer organisiert und finanziert sie?
Antworten und Anregungen darauf gab es in unserem SeniorenBüro und in der Selbstverwalteten Begegnungsstätte 55+ (SBS 55+) – nicht theoretisch aus dem Lehrbuch, sondern ganz praktisch vor Ort – mitten im Geschehen.
Dass sich die Gäste dafür interessieren, hat einen ernsten Hintergrund: China altert rasant. Die frühere Ein-Kind-Politik wirkt bis heute nach, gleichzeitig werden die Menschen älter und Familienstrukturen verändern sich. Die traditionell stark von den eigenen Kindern getragene Unterstützung im Alter stößt damit zunehmend an Grenzen. Neue Ideen und Strukturen sind gefragt.
Also hieß es für die Delegation: anschauen, nachfragen und Erfahrungen sammeln. Besonders neugierig machte die Gäste das Konzept der SBS 55+: Die Stadt stellt und finanziert die Räume, doch was dort Tag für Tag passiert, liegt zum größten Teil in den Händen Ehrenamtlicher. Mit vielen Stunden bürgerschaftlichen Engagements organisieren sie Programm und Angebote und schaffen einen Ort, an dem Menschen ab 55 Jahren zusammenkommen, sich austauschen und Kontakte knüpfen und pflegen können. Ein Stück Lebensqualität im Älterwerden – getragen von Menschen, die selbst mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Und auch wenn „55+“ im Namen steht: Willkommen sind grundsätzlich alle Bürgerinnen und Bürger, die vorbeikommen und dabei sein möchten.
Für einen unerwarteten Spaß sorgte vor Ende des Besuchs noch eine Spritztour mit „e-Rika“, der e-Rikscha, die mobilitätseingeschränkte Menschen in Viernheim kostenlos für kleine Ausfahrten buchen können (mehr Informationen dazu)
Mit diesem und vielen weiteren Eindrücken haben sich die Gäste nach rund zwei Stunden wieder verabschiedet. Und wer weiß: Vielleicht reist am Ende ja die eine oder andere Viernheimer Idee mit zurück nach Guangxi.


