Wirtschaftsförderung: Praxis bietet spezialisierte Therapien bei neurologischen Erkrankungen

Wie können Menschen nach einem Schlaganfall wieder sicherer gehen lernen? Welche Therapiemöglichkeiten helfen bei Parkinson oder Multipler Sklerose, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das „Therapeutische Forum Neurorehabilitation“ in der Heidelberger Straße 50. Bei einem Informationsbesuch stellten die Geschäftsführer Rainer Deike und Viviane Mohr-Deike, selbst Physiotherapeutin, Bürgermeister Matthias Baaß und dem städtischen Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz die Entwicklung ihrer Praxis und ihre spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten vor.

Das Unternehmen gibt es bereits seit 1998, zuerst in Mannheim und seit 2007 in Viernheim ansässig. Nach vielen Jahren in der Blauehutstraße erfolgte im Januar 2023 der Umzug in die Heidelberger Straße. Mit der Erweiterung der Räumlichkeiten auf mittlerweile knapp 900 Quadratmeter wurden zugleich die Voraussetzungen geschaffen, das therapeutische Angebot kontinuierlich auszubauen.

Im Mittelpunkt steht die Neurorehabilitation, also die gezielte Behandlung von Menschen mit Erkrankungen oder Schädigungen des Nervensystems. Dazu gehören insbesondere Patienten nach einem Schlaganfall sowie Menschen mit Parkinson-Syndrom, Multipler Sklerose oder anderen neurologischen Erkrankungen. Ziel ist es, eingeschränkte Bewegungsabläufe zu verbessern, verloren gegangene Fähigkeiten möglichst wiederzuerlangen und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.

Eine besondere Rolle spielen dabei moderne Therapietechnologien. Mit der Anschaffung des THERA-Trainer Lyra hat die Praxis erheblich in den Ausbau ihrer spezialisierten Neurorehabilitation investiert. Das robotikgestützte Gerät ermöglicht Menschen mit erheblichen Bewegungseinschränkungen, Gehbewegungen unter gesicherten Bedingungen wiederholt und gezielt zu trainieren. Die Bewegungsabläufe werden dabei technisch unterstützt und können an die individuellen Fähigkeiten der Patienten angepasst werden. 

Solche Technologien kommen bislang vor allem in spezialisierten Rehabilitationskliniken zum Einsatz. Mit dem Angebot in Viernheim können Patienten diese Form des Gangtrainings auch im Rahmen einer ambulanten Behandlung nutzen.

„Gerade nach einem Schlaganfall ist es wichtig, dass die Rehabilitation nicht mit der Entlassung aus der Klinik endet. Wir möchten den Menschen ermöglichen, ihre Fortschritte auch ambulant mit gezielten Therapien weiter auszubauen“, erläuterte Rainer Deike.

Das Behandlungskonzept umfasst darüber hinaus weitere spezialisierte Therapieformen, darunter die neurologische Krankengymnastik nach dem Bobath-Konzept, funktionelle Gangtherapie sowie funktionelle Elektrostimulation zur gezielten Unterstützung der Muskelkontrolle. Ergänzend bietet die Praxis Krankengymnastik am Gerät, medizinische Trainingstherapie und aktive Physiotherapie an. Auch spezielle Bewegungsangebote wie Boxtraining für Menschen mit Parkinson gehören zum Behandlungsspektrum. Hinzu kommt die intermittierende Vakuumtherapie (IVT), die insbesondere der Förderung der Durchblutung und Regeneration dient.

„Unser Ziel ist es, die Behandlung individuell auf die jeweiligen Einschränkungen und Möglichkeiten abzustimmen und den Menschen damit ein Stück Lebensqualität und Selbstständigkeit zurückzugeben“, erklärt Viviane Mohr-Deike.

Bürgermeister Matthias Baaß zeigte sich beeindruckt von den vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten: „Dass eine solche spezialisierte Neurorehabilitation direkt bei uns in Viernheim angeboten wird, ist ein großer Gewinn für die Gesundheitsversorgung unserer Stadt und der gesamten Region.“